Samuel Alex ist ein knallharter Interpol-Agent, der für ein osteuropäisches Einsatzkommando ermittelt. Seine Aufgabe: Die Verfolgung illegaler Waffen- und Drogenhändler im ganzen Balkan-Raum. Als sein Team sich inmitten eines blutigen Straßenkrieges zwischen Zigeunern und Russen befindet und ein Crewmitglied erschossen wird, sinnt er auf Rache. Er rekrutiert seine härtesten und besten Cops um sich und beginnt eine gnadenlose Jagd auf alle, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen.
Schön das man sich auf Steven Seagal verlassen kann. Auch mit knapp sechzig Jahren prügelt er sich immer noch durch die Unterwelt, auch wenn der Körper voluminöser und das Haar nachgetönt wird. Ich persönlich will auch nichts anderes, der Aikido-Blauwal in einer Komödie oder einem Liebesdrama wäre für mich wirklich der Untergang des Abendlandes.
Hier gibt er den Chef einer Sondereinheit namens internationale Task Force zur Drogenbekämpfung, die recht rabiat in der Bukarester (ob der gute Steven mittlerweile schon die rumänische Staatsbürgerschaft hat, so oft wie er in der Ecke am Drehen ist) Kriminellenszene, scheint dabei keine übergeordnete einheimische Behörde über sich zu haben, denn von Genehmigungen ist keine Rede und die zahlreichen Leichen scheinen auch niemanden groß zu stören.
Seagal war hier auch für das Drehbuch und die Produktion mitverantwortlich und erfreulicherweise kann man konstatieren, das es immer mehr zu den Nico-Wurzeln zurück geht. Neuerdings legt er seltsamerweise Wert darauf sich eine junge Freundin ins Script zu schreiben, an der er ein wenig rumschrauben darf und auch das eine oder andere Klischee schaut durch. So bekommt er einen neuen Partner, dessen Frau natürlich auch schwanger ist, was dessen Überlebenschancen etwa auf null senkt. Immerhin darf im Film dies auch eine Nebenfigur genau so ansprechen, aber auch sonst gibts es einige selbstreferendierende Anspielungen und lockere Machosprüche, was nicht unerheblich zur Unterhaltung beiträgt.
Auch sonst wird meist das geboten, was die Fans erwarten. Das Menü bleibt altbewährt, wer ihm in die Quere kommt darf sich wahlweise blutige Nasenstüber oder Einschußlöcher abholen. Die Kämpfe sind kurz und recht schnell geschnitten, kommen hier aber noch akzeptabel hart rüber, nur der Finalkampf war etwas enttäuschend, denn der arme gegner hatte mal wieder sowas von null Chancen und nicht mal einen Ehrentreffer zugesprochen bekommen, das war mal wieder sehr einseitig.
Die Story ist zwar nicht revolutionär, doch immerhin recht vielschichtig, denn die bösen Jungs sind sich unterereinander auch nicht ganz grün und murksen sich gegenseitig ab, was später dann zu unerwarteten Konstellation führt. Die Kamera versucht dabei mit verschiedenen Spielereien ein wenig Dynamik in den tristen Ostblock zu zaubern. Der Actionpegel ist dabei ok, man pump(gun)t sich so durch, so kann er von mir aus noch ein paar Jährchen weiter machen.
7/10