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Nach diversen gescheiterten Beziehungen beschließt die erfolgreiche Autorin Liz (Julia Roberts) sich eine Aus-Zeit zu nehmen. Um ihr inneres Gleichgewicht wiederzufinden will sie nach Italien, Indien und Bali reisen.

„Eat Pray Love“ basiert auf dem gleichnamigen Buch von Elizabeth Gilbert, dass wohl erfolgreich genug war das Interesse einiger Film-Bosse zu wecken, die sich schließlich die Filmrechte sicherten und darauf spekulierten die investierten Millionen vervielfachen zu können. Mit einem entsprechend zugkräftigen Star in der Hauptrolle nahezu ein Selbstläufer...

Der Star, Julia Roberts, mit dem das vorwiegend weibliche Publikum sich identifizieren kann wurde gefunden und gecastet. Damit Frau auch was zum anschmachten hat wurden auf die Schnelle zwei in jeder Hinsicht blasse Schönlinge in Form von James Franco und Billy Crudup verpflichtet und als Sahnehäubchen obendrauf auch noch Latin-Lover Javier Bardem.

Die Produzenten müssen sich nach dem Casting gefühlt haben wie Gott in Frankreich oder auch Dagobert Duck beim zählen seiner Fantastillionen. Todsichere Sache, Hit-Movie beim Zielpublikum, die Besetzung und Drehorte wie Italien, Indien und Bali – die neue Jacht konnte schon mal bestellt werden...

Zu meiner Überraschung ging dieses eigentlich simple Konzept auch im Falle von „Eat Pray Love“ erneut auf. Bei ca. 60 Millionen US-Dollar Produktionskosten spülte der Streifen bis dato ungefähr 200 Millionen Dollar in die Kinokassen weltweit.

Nach Ende des Films war mir persönlich absolut schleierhaft wie es zu einem solchen Einspielergebnis kommen konnte. Allein schon die Frage ob wohl das Buch genauso oberflächlich wie der Film ist beschäftigte mich die letzten paar Flugstunden bis zur Landung in der kalten Heimat.

„Eat Pray Love“ hat eine Spielzeit von nahezu 2 ½ Stunden und bietet darin eine total banale, oberflächliche Abhandlung der Story einer Frau auf der Suche nach sich selbst und ihrem seelischen Gleichgewicht, die vor Plattitüden nur so strotzt und bemüht ist jedweden Tiefgang auch nicht im Keim aufkommen zu lassen.

Damit meine ich nicht nur den Umgang mit dem eigentlichen Thema, sondern auch mit den Locations und allem was dazu gehört. In Italien wird halt schön gesprochen und gut gegessen, Indien ist in den gezeigten Bildern dezent exotisch und in Bali warten dann der nette Dorfschamane und die große Liebe! Geht`s noch! Also wer Ländern wie Indien, Indonesien und Italien filmisch wie literarisch nicht mehr abringen kann als das, der reist als Pauschal-Tourist mit Scheuklappen und eigensprachlicher Reiseleitung durch die Welt und das Leben.

Wo ich gerade bei den Locations bin. Für das was die erwähnten Länder an Schönheiten zu bieten haben ist das hier Gezeigte wirklich nicht gerade umwerfend.

Darstellerisch wird hier von niemandem allzu viel erwartet. Julia Roberts ist zwar sympathisch wie immer, dennoch ist sie auf einen mehr tatkräftigeren Frauentyp festgelegt und schafft es deswegen auch nicht unbedingt ernsthaftes Interesse an ihrem Charakter aufkommen zu lassen. Javier Bardem spielt hingegen gut, locker und überzeugend. Die Herren Crudup und Franco sind alleine schon auf Grund ihrer Rollen nichts weiter als Schlaftabletten und genauso spielen sie auch.

Trotz der aufgezählten Mankos ist der Film nicht ganz schlecht, denn handwerklich ist alles in Ordnung und über die ganze Spielzeit hinweg wird er nie wirklich langweilig.

Fazit: „Eat Pray Love“ ist eine filmische Oberflächlichkeit in nahezu jeder Beziehung. Wer auf sowas steht und auf exotische Locations verzichten kann, kann sich auch irgendeine Soap im TV anschauen. Da ist meistens sogar etwas mehr los und man spart sich zusätzlich den Preis fürs Kinoticket.

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