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Nach dem Megaerfolg "American Beauty" wagt sich Sam Mendes an eine Gangsterverfilmung in der Hoffnung, den Erfolg einzustellen. "Road To Perdition" reiht sich nahtlos in die Klassiker "GoodFellas" und ähnliche ein, Mendes spinnt eine Story, kurz, knapp, simpel, einfach strukturiert, leicht verständlich, bedient sich der genretypischen Bausteine und würzt das ganze mit einer gehörigen Portion Sentimentalität. Eigentlich alles nichts neues, klingt alles billig und abgedroschen - ist es aber nicht. Der gewünschte Erfolg stellt sich ein.

Tom Hanks mimt Michael Sullivan, einen braven Familienvater, verheiratet, zwei Kinder, stets fürsorglich, Anzug und Krawatte, eigenes Häuschen, sogar ein Auto kann man sich leisten - das Idyll hat allerdings einen zu erahnenden Schmutzfleck: der Job Sullivans. Als Mafiakiller verdingt er sich sein Familienglück. Sein ältester Sohn, Michael jr., ahnt daß etwas krumm läuft. Eines Tages führt ihn seine Ahnung in Verbindung mit jugendlicher Neugier in eine prekäre Situation: er beobachtet Paps beim Erpressen. Der Sohn seines Bosses erschießt dummerweise just in diesem Augenblick den Deliquenten und möchte natürlich nicht gerade einen 12jährigen Angehörigen seines Kollegen als Zeugen wissen.

Eine Blutspur beginnt sich durch das Syndikat zu ziehen, wer steht auf wessen Seite, wer verhält sich zu wem loyal, und wer will was rächen? Getreu dem Motto "auf eine Kugel folgen zehn der Vergeltung" packt Sullivan seinen Sohn und versucht auf eigene Faust ums Überleben zu kämpfen.

Als Tom-Hanks-Hasser ("mein Name ist Gaaaaaaamp, Forrest Gaaaaammmmp!") hatte ich eine entsprechend negative Voreingenommenheit, die ich aber erstaunlicherweise schnell revidieren mußte. Zum ersten Mal wirkt Hanks nicht fehlbesetzt, genauer gesagt zum ersten Mal in jüngerer Zeit - als Nachwuchstalent war er in "meine teuflischen Nachbarn" halbwegs passabel. Wie dem auch sei: Hanks spielt den Familiendaddy überzeugend liebevoll und schafft in perfekter Weise den schwierigen Spagat zwischen Sanftmut und Killerhärte. Wenn es je einen solchen Charakter in der Realität gegeben haben sollte - Hanks trifft ihn.

Paul Newman als Big Boss wirkt hingegen blass, seine väterliche hingebungsvolle Liebe und Treue zu seinem verräterischen Sohn nimmt man ihm nicht ab und wünscht sich härteres Durchgreifen. Die weiteren Darsteller sind ansonsten edelst verlesen und können ihre Charaktere ordentlich verkörpern.

"Road To Perdition" ist Gefühlskino, ein zu kurz geratenes Gangsterepos das mit viel Tiefgang und Gefühl zu überraschen weiß, ohne dabei genretypische Action zu vernachlässigen. Eine erfolgreiche Symbiose die es anzuschauen lohnt.

(7/10)

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