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Paul Rudd spielt einen Angestellten, der mit aller Macht befördert werden will, wofür sich dann auch eine geeignete Gelegenheit bietet. Sein Chef, gespielt von Bruce Greenwood, lädt ihn zu einem speziellen Dinner ein, zu dem jeder Beteiligte einen Spinner mitbringen soll, über den man sich dann in der Runde lustig machen kann, wobei der größte Spinner sogar noch einen Preis gewinnt. Eigentlich will der Eingeladene nicht zum Dinner gehen, doch dann begegnet ihm der größte Spinner, den er je getroffen hat, gespielt von Steve Carell.

Nachdem er sich durch zwei "Austin Powers"-Filme kalauerte, zeigte Jay Roach vor allem mit "Meine Braut, ihr Vater und ich", dass er ein ausgezeichneter Regisseur für Komödien ist, woraufhin auch die Fortsetzung seines größten Erfolgs durchaus überzeugen konnte. Mit "Dinner für Spinner" ist ihm jedoch alles andere als ein guter Film gelungen.

Die Idee für "Dinner für Spinner", wenn auch bereits im Original verwendet, bietet durchaus das Potential für eine amüsante Komödie und zahlreiche Gags, doch Roach macht leider mehr falsch als richtig. Die Komödie nimmt leider nur selten wirklich an Fahrt auf, weil der Plot zu umständlich geworden ist. Immer wieder wird die bröckelnde Beziehung des Angestellten mit seiner Freundin, die durch den auf der Straße aufgelesenen Spinner dem Scheitern immer näher rückt, thematisiert, wobei der Film mehr oder weniger auf der Stelle tritt, da ja sowieso eine Happy-End-Garantie gegeben ist. Und auch die eher peinlichen als hilfreichen Anflüge von Emotionalität und die sich anbahnende Freundschaft des sympathischen Spinners und der Hauptfigur bremsen den Film nur weiter aus, sodass sich dieser auf Nebenschauplätzen verirrt.

Stellenweise ist Roachs Werk dennoch amüsant, weil zwischen diversen Rohrkrepierern auch mal was wirklich Lustiges dabei ist. Auch die liebevoll gestalteten Mäuse-Dioramen wissen zu überzeugen und lassen gelegentlichen Einfallsreichtum der Macher aufblitzen, der leider nicht im gesamten Film erkennbar ist. Aber ein paar gute Szenen und Ansätze machen eben noch keinen guten Film, wie man hier unschwer erkennen kann. Denn allzu oft wird auf dämlichen Slapstick, überflüssige Kalauer und vollkommen peinliche Gags zurückgegriffen sowie auf allzu bizarre Nebenfiguren, die auf Dauer einfach nerven (Der Chef des Spinners, der merkwürdige Künstler). Das zentrale Problem des Films, der ansonsten handwerklich solide gemacht ist, ist also eine brüchige Handlung, die versucht, von einem Gag zum nächsten zu verbinden und der Humor, der selten wirklich lustig ist.

Steve Carell rettet dabei, was zu retten ist, spielt den Spinner ausgesprochen amüsant, erdet seinen Charakter aber auch, indem er ihn immer wieder menschlich/authentisch erscheinen lässt. Eine tolle Darstellung, die einen besseren Film verdient gehabt hätte. Daneben ist Paul Rudd ausgesprochen unauffällig und damit an der Seite von Carell hoffnungslos verloren, während Zach Galifianakis unter seinem allzu merkwürdigen Charakter leidet und Bruce Greenwood in seiner Nebenrolle solide aufspielt.

Fazit:
"Dinner für Spinner" ist mäßig unterhaltsam, weil zu viele Gags nicht zünden und zu umständlich erzählt wird. Mit zahlreichen Längen sehnt sich das alberne Treiben, das lediglich durch einen guten Carell und die liebevollen Mäuse-Dioramen aufgewertet wird, also seinem Ende entgegen.

41% 

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