Inhalt: Ex-Soldat Brain (Tom Cruise) versucht nach seiner Militärzeit einen Job zu bekommen, fängt an zu Studieren, landet in der Bar von Douglas (Bryan Brown) und heuert dort als Barkeeper an. Obwohl Brain anfangs noch mit ungeschickten Schwierigkeiten verbunden ist, bleibt Douglas bei seiner Wahl und verspricht ihm eine große Karriere. Doch die Beiden kriegen sich bald in die Haare und ihr gemeinsamer Traum einer gewinnbringenden Bar scheint zu schwinden.
Fazit: Kennt ihr das auch - ihr habt noch alte Filme großer Hollywoodstars auf eurer To-do-Liste, und wenn ihr sie gesehen habt, fragt ihr euch entweder: Warum nicht schon früher? Oder warum nur? "Cocktail" hatte so viele Ambitionen zwischen tragikomischen Charakter-Tönen und süffigem Grundton sich auszubalancieren und einzustimmen, doch die thematisch zerrissende Geschichte wird immer schlimmer, mit zunehmender Dauer und erkennbarer Belanglosigkeit. Denn der Fehler liegt auf der Hand: "Cocktail" ist keine Charakterstudie zweier unterschiedlicher Typen und Altersgruppen, sondern man zeigt einen lässigen Sunnyboy wie er ständig Frauen aufreisst, ohne sich dabei karrieretechnisches zu vernachlässigen. Cruise liebt halt viele Frauen, was der Story eine gewisse Banalität zugesteht, die an sich nicht auch verkehrt wäre, wenn es nebenher auch noch sowas wie Tiefe, Anspruch und Hintergründe geben würde. Gibt es aber nicht. Cruise schlürft, wälzt und grinst sich durch den bunten "Cocktail" der Trivialitäten, wobei vor allem seine Hardcore-Fans dahinschmelzen dürften. Bryan Brown (F/X) ist als Figur auf verlorenem Posten und darf 5 Minuten vor Schluss dann auch noch abschmieren. Doch diese aufgesetzte Tragik wirkt hart erzwungen. Wie der Rest auch. Dean Semlers Kameraarbeit ist formal ganz nett, J. Peter Robinsons Musikauswahl passt sich der jeweiligen Stimmungslage perfekt an, wobei Heywood Goulds Drehbuch trotz starkem Beginn eher ein Flop und eine als Seifenoper getarnte glattgebügelte Nichtigkeit ist.