Review

Chen Lai-Sheung (Josie Ho) ermordet in einer Nach in einem Hochaus mehrere Menschen. Das Motiv für die Taten bleibt dem Zuschauer zunächst verschlossen. Doch nach und nach lüftet der Film das Geheimnis und zeigt in Rückblenden den Werdegang der Protagonistin von ihrer Kindheit bis zu der erwähnten Nacht. Dabei bilden die Rückblicke nicht nur ein Einblick in das Gefühlsleben und die Motivation des Hauptcharakters, sondern bilden auch einen Kontrast zu der brutalen Haupthandlung, was sich oft in helleren Szenen niederschlägt, die teilweise einen krassen Gegesatz zu den Mordszenen bilden, die sich alle in der Dunkelheit ereignen. Mag die Handlung am Anfang noch etwas verwirrend wirken, so ergibt sich nach und nach ein sehr stimmiges Gesamtbild. Leider kann man das Ende schon recht früh erraten und die Motivation für die Morde werden in meinen Augen etwas zu früh ersichtlich. Auch die Auflösung ist etwas abstrus, wird dem Zuschauer aber ausreichend dargelegt und ist nachvollziehbar.

Somit bricht der Film etwas mit den Konventionen des Genres, denn für einen Slasher wird eine verschachtelte Handlung geboten, die immer wieder zu überraschen weiß. Auch bei dem anderen wichtigen Punkt, den Kills, weiß der Film zu überzeugen. Die Todesarten sowie die Waffen sind originell und zeugen von Kreativität. Ob das altbekannte Messer, der Golfschläger oder sogar eine Vakuummaschine, der Zuschauer wird unterhalten. Die Härte wird dabei nicht nur durch die Kills selbst ausgemacht, die doch sehr zur Sache gehen, sondern auch dadurch, dass man den Charakteren teilweise Minutenlang beim sterben zusieht. Die Kamera hält dabei vol drauf und die Gräuschkulisse untermalt diese noch einmal. Gurgelnde Laute bei erstickenden oder an ihrem eigenen Blut ertrinkenden Personen führen beim Zuschauer zu dem Wunsch, dass es doch endlich vorbei ist und das Opfer endlich stirbt. Wenn man dann vor allem immer wieder die doch eigentlich recht zarte Josie Ho als Killerin sieht, wirkt das umso befremdlicher.

Neben der Geräuschkulisse weiß auch der Score zu überzeugen, der unaufdringlich ist und die Stimmung unterstützt. Die Darstllerriege gibt sich ebenfalls keine Blöße und hält sich beim Hong-Kong typischen Overacting erfreulicherweise zurück. Dafür wird der Gesamteindruck durch kleinere Bildanschlussfehler (Blut im Mundwinkel bi dem Ehemann der Schwangeren) und Logiklöcher (Josie Ho hinterläst DNS-Beweise) zu einer kleinen Abwertung.

Dennoch bleibt hier ein richtig gelungener Beitrag, der dem Genre endlich wieder etwas frischen Wind einhaucht.



8/10

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