Review

Inhalt:
Seymour "Sy" Parrish arbeitet nun schon 20 Jahre im Photogeschäft, zur Zeit in einem grossen Supermarkt. Die Arbeit bedeutet ihm einiges, ist sein Leben ansonsten doch von Einsamkeit geprägt. Seine Lieblingskundschaft ist Familie Yorkin (vor allem Mrs), deren Photos er nun schon seit Jahren entwickelt. In ihnen sieht er die perfekte Familie und träumt sich oft in deren Leben. als er durch seine Arbeit erfährt, dass Mr. Yorkin ein Verhältnis hat, beschliesst er, einzugreifen.

Ich will nichts verraten; man sollte sich den Film ansehen.
Zu Beginn wirkt alles noch sehr zweigeteilt: Der Wechsel zwischen der heil wirkenden Familienwelt der Yorkins, die in warmen und kräftigen Farben dargestellt wird und lebendig wirkt zur kalten und einsamen Welt von Sy, einem Menschen, der versucht, in die Privatssphäre von eigentlich Fremden einzudringen, denen er sich so nahe fühlt. Auch seine wohnung, in der längere, stille Kameraeinstellungen zu sehen sind, zeigen Kälte.
Sy drängt sich immer mehr ins Leben der Familie, spioniert ihr nach und verfolgt sie auch. Als dann die Sache mit der Affäre zu Tage kommt, nimmt ihn das mit und die Lage eskaliert.

Als Drama funktioniert der Film sehr gut. Ich fand ihn jedenfalls bewegend. Dass der Film des öfteren auch als Thriller angepriesen wird, verstehe ich nicht so ganz, denn der Teil setzt erst recht spät richtig ein. Auch die Musik kann überzeugen.
Wer Robin Williams nur als Kasperclown vom Dienst kennt, könnte eine Überraschung erleben. Keine Witze, sondern ein trauriger Charakter wird verkörpert und das wirklich klasse. Da kann der Rest nicht mithalten, auch wenn er sich Mühe gibt. Micheal Vartan ist vielleicht fehlbesetzt. Er wirkt auch mich etwas wie ein Tom Cruise für Arme (falls das geht). Jedenfalls beweist Mr. Williams nach "Hinter dem Horizont" und "Insomnia", dass er auch anders kann. Mehr davon!

Der Showdown kurz vor Schluss ist dann etwas enttäuschend. Zwar bleibt er in der Logik des charakters, aber fand ich ihn zu brav. Die vorherigen, düsteren Szenen, in denen Sy's dunkle Seite gezeigt wird, lassen doch etwas mehr erwarten. Nicht, dass es den Film zerstören würde, aber es hätt ihm gut getan, alles noch ein bisschen psychologisch ausgefeilter zu präsentieren und auch noch einen Schritt weiter zu gehen. Der Film hätte insgesamt auch noch 10 Minuten vertragen. Da hätte man noch einiges vertiefen können. Das wars aber auch schon mit den negativen Seiten.

Fazit:
Eindringliches Drama über Einsamkeit und die Sehnsucht nach Liebe. Dazu noch Thrillerelemente gegen Ende und schon haben wir einen Film mit dichter Atmosphäre, der einen Mr. Williams zeigt, wie man ihn viel zu selten sieht. Klasse.

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