Dignan ist der Boss und er hat die wildesten Pläne, wie man an Geld kommt. Klar, seine Kumpels Bob und Anthony machen mit. Oberstes Ziel: die Mitgliedschaft in der als Gärtnerei getarnten Einbruchsorganisation von Mr. Henry! Als Beweis ihres Könnens überfallen die Freunde erst mal eine Buchhandlung. Doch nichts funktioniert, sie stehen sich ständig selbst im Weg, es gibt Zank und eins auf die Nase. Aber dann bietet sich die letzte Chance zum großen Coup!
Durchgeknallt ist jetzt die extended Version des zwei Jahre zuvor gedrehten, aber reichlich unsinnigen, Shorts Bottle Rocket. Für das Triumphirat aus Regisseur Wes Anderson und den Wilson Brüdern war der Film nicht nur quasi das Kinodebut, sondern auch der Beginn einer langjährigen Zusammenarbeit mit Filmen wie Royal Tenenbaums oder Rushmore, ist dieses Trio beinahe unzertrennlich.
Die Geschichte um die drei Loser, die eine kriminelle Karriere planen, ist zunächst mal ziemlich schräg und uneingänglich. Einer der Jungs kommt frisch aus der Klapse, einer markiert den großen Chef und Strategen und hat doch von nichts ne Ahnung und Bob ist der Fluchtwagenfahrer ohne Selbstvertrauen, der gar nicht genau weiß warum er hier mitmacht. Die Aktion des Gangstertrios ähneln in ihrer stümperhaften Unbeholfenheit bestenfalls noch der Olsen Bande. Nach einem für ihre Verhältnisse sogar gelungenem Überfall in einem Buchladen, fliehen sie in ein Motel, wo es dann erst richtig schwierig wird. Das erbeutet Geld wird dem Zimmermädchen geschenkt und so muß der finale Coup mithilfe des Mentors Mr. Henry ein Erfolg werden, jedoch stolpern die Westenräuber mal wieder über ihre eigenen Füße und alles was schiefgehen kann geht auch prompt schief.
Das Gute an Durchgeknallt ist weder eine ausgefeilte Story, noch brillant agierende Darsteller, sondern der permanente hintergründige Humor und die durchgängig spßigen Dialoge, die den Zuschauer zu einem 90minütigen Dauergrinsen animieren. Aussetzer nach unten gibt es so gut wie keine. Owen Wilson spielt, trotz ungewohntem Armeehaarschnitt, gut den vorgeblich vor Selbtstbewußtsein strotzenden Dignan, der sich trotz finaler Verknastelung nicht unterkriegen läßt. Die anderen wirken dagegen zwar ein wenig blaß, haben aber alle ihre Eigenheiten und guten Lines. Für einen Premierenfilm der eher Independant Sparte sorgt durchgeknallt für erfrischend gute Laune. Zwar funktioniert noch nicht alles reibungslos, aber als gute Gangster Persiflage geht die Story locker durch.
7/10