Review

Wes Anderson gehört für mich zu den interessantesten aktuellen Regisseuren. Seine Filme mögen nicht jedermanns Sache sein, aber die liebevolle Skurrilität - sowohl in der Ausstattung als auch in den Personenzeichnungen - verleihen seinen wenigen Werken einen ganz besonderen eigenwilligen Stil. "Rushmore" strotze vor sanft-exzentrischer Originalität, "The Royal Tenenbaums" gehört zu meinen Lieblingsfilmen und der Trailer zu "The Life Aquatic with Steve Zissou" verheißt ganz großes.
Sein Debüt hingegen ist einfach nur der Beweis, dass Anderson danach (oder dadurch?) offenbar ziemlich viel gelernt hat, "Durchgeknallt" ist an Belanglosigkeit nur schwer zu überbieten. Man kann nur an ganz wenigen Stellen die (spätere) Handschrift des Meisters erkennen, der Film ist nur seinen besten Fans zu empfehlen.
Luke und Owen Wilson spielen in ihrem Leinwanddebüt zwei Freunde, die mit einem dritten eine kriminelle Karriere planen: Der eine wurde gerade aus der Nervenklinik entlassen, verliebt sich in einem Motel in ein mexikanisches Zimmermädchen und scheint nur aus Freundschaft auf die Pläne des anderen - der offenbar nur aus Kompensation seiner Unsicherheit und Unzulänglichkeit einen Einbruch plant - einzugehen. Der Coup läuft schief - und das war es im großen und ganzen auch schon mit der Handlung. Die Kamera irrt oft nicht nachvollziehbar durch die Gegend, die Charaktere durchleben auch keine richtige Entwicklung o.ä., ein Spannungsbogen fehlt ganz.

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