Review

Bereits bevor „The Last Airbender“ in unseren Kinos anläuft häuften sich die negativen Reviews und Kritiken zu M. Night Shyamalan`s neuestem Streifen. Grund genug für mich den Film an meinem vorletzten Urlaubstag persönlich in Augenschein zu nehmen.

Auf irgendeiner Phantasiewelt existieren die Völker Feuer, Erde, Wasser und Luft. Jedes dieser Völker beherrscht sein Element. Nur der Avatar beherrscht alle Elemente und ist deswegen eine Art Überwesen, dass diese Welt im Gleichgewicht hält. Dummerweise ist gerade dieser Avatar aber seit 100 Jahren unauffindbar und das Feuer-Volk (Fire-Nation) versucht seitdem die anderen Völker zu unterdrücken.

Eines Tages finden Sokka (Jackson Rathbone) und Katara (Nicola Peltz) vom südlichen Wasservolk im Eis eingefroren den Jungen Aang (Noah Ringer). Nachdem sie ihn befreit haben und ihn in ihr Dorf mitnehmen, taucht dort der Prinz des Feuervolkes, Zuko (Dev Patel), auf, der auf der Suche nach dem Avatar ist. Ohne diesen zu finden bleibt ihm nur die Verbannung von seinem Volk.

Ein simpler Test enthüllt Aangs wahre Identität. Er ist einer der angeblich ausgerotteten  Airbender und  beherrscht das Element Luft. Ist er aber auch der Avatar?

Im Laufe der Handlung stellt sich natürlich heraus, dass Aang der Avatar ist, allerdings nicht der komplette und deshalb muß er zuerst noch die Beherrschung der Elemente Wasser, Erde und Feuer erlernen. Gejagt vom Feuer-Volk macht sich Aang zusammen mit seinen Freunden auf die Reise um zum wahren Avatar zu werden und seiner Welt den Frieden zu bringen.

Erinnert sich irgendwer da draussen noch an diese unbedeutenden kleinen Filme der „Herr der Ringe Trilogie“? OK, ich hab`s gehört! Also praktisch jeder. Einer jedoch nicht, nämlich Regisseur M. Night Shyamalan. Der ist wohl der einzige, der den Schuß nicht gehört hat, denn ansonsten hätte er wohl kaum diesen Film gedreht. 

„The Last Airbender“ bietet eigentlich eine ganz ordentliche Story und einiges an Potenzial. Während man so der Story folgt, gerät man durchaus ins träumen über diese Welt. Etwas anderes bleibt dem Zuschauer aber auch nicht übrig, denn der Film zeigt praktisch nichts davon.

Shyamalan lässt seine Akteure reden und vergisst dabei, dass wir hier nicht beim Radio, sondern beim Film sind. Natürlich ist seine Story auf Film gebannt, aber eben bloß die Kern-Geschichte, wodurch schon mal ein sehr oberflächlicher Eindruck entsteht. Alles was den Zuschauer auch bloß etwas tiefer in die Geschichte, den Film oder diese Welt eintauchen lassen könnte fehlt schlichtweg.

Genauso sind aber auch die einzelnen Charaktere angelegt. Nahezu alle Figuren sind absolut platt und dienen einzig und allein dem Zweck irgendwelche Worthülsen abzusondern, mittels Dialogen die Handlung zu transportieren oder auch schlichtweg Blödsinn zu verzapfen.

Die hier aufgefahrenen Darsteller/innen sind schon mal nicht gerade namhaft, einige von ihnen, speziell Nicola Peltz, sind aber auch hier noch sowas von überfordert, dass einem teilweise die Worte fehlen.

Da ich den Film im englischen Original sah, kann ich nicht beurteilen, was in der dt. Synchronfassung aus der Sprache wurde, aber was Miss Peltz da teilweise von sich gibt, klingt so was von daneben, hölzern, ohne Timing und Gefühl, dass man aufschreien könnte.

Allerdings ist sie nicht die Einzige, die hier schlecht dasteht. Nahezu der ganze Cast reiht sich im Laufe der Spielzeit in die Liste derer ein, die besser im Bett geblieben wären, als ihr Gesicht und Namen für diesen Film herzugeben.

Im Prinzip bietet Shyamalan`s Film zwar eine stringent erzählte Handlung, die aber an einem eklatanten Mangel an Details/Tiefe und dürftigen Akteuren schwer zu knabbern hat.

Zu den bereits geschilderten Mankos gesellen sich dann noch ein paar dämlich inszenierte Szenen, in denen irgendwelche Bender wie ein doofes Tai-Chi-Ballet agieren und aus die Maus. Der Zuschauer ist vergrault und die Karriere im Eimer...

Im Falle der Karriere von Shyamalan wurde dies ja bereits mehrfach vorausgesagt und dennoch gab irgendwer diesem Menschen die Wahnsinns-Summe von über 100 Millionen Dollar in die Hände um damit eine solche filmische Enttäuschung zu drehen.

Man kann zwar durchaus behaupten, dass Shyamalans Filme seit „The Sixth Sense“ kontinuierlich schwächer wurden, aber hier haben wir es mit einer ganz neuen Art von Film in seiner Karriere zu tun. Bisher gab es meistens eine mysteriöse Geschichte, die sich erst ganz zum Schluß auflöste und ein ganz anderes Publikum im Visier hatte. Dieses Mal begibt sich der Regisseur und Drehbuchautor auf das Parkett des Fantasy-Films und dort liegt die Meßlatte seit „Herr der Ringe“ vorerst unerreichbar hoch.

Da hilft es nichts, seine Geschichte auf eine Trilogie auszulegen, ein sehr junges Publikum ins Auge zu fassen und zu hoffen. Nein, Shyamalan hat mit „The Last Airbender“ sein angestammtes Territorium verlassen und dabei vergessen seine Hausaufgaben zu machen. Ich bin deshalb fast sicher, dass wir den Rest der Trilogie niemals zu sehen bekommen werden.

Dabei wurde sogar noch versucht, etwas politisch korrekte Symbolik einzubauen, indem man die durchweg von Indern (vermute ich mal) gespielten Feuer-Völklern mit ihrem industriellen Touch als die ultimativen Bösen für die Welt darstellt.

Sogar das, was vielleicht als Warnung davor, dass sich Indien dem Weg unserer westlichen Industrienationen anschliessen könnte, gedacht war, wurde dem Regisseur im nachhinein als Rassissmus ausgelegt, was eindeutig Murphy`s Gesetz belegt. Was schief gehen kann, geht auch schief!

Neben den bereits geschilderten Eindrücken gibt es noch eine Menge an Details, wie z.B. als Aang gegen Ende die Flotte des Feuer-Volks mittels des Wassers „bekämpft“ und ihm dieser dämliche Pfeil auf dem Kopf erscheint, die einfach daneben sind. Auch hier fehlte eine stilsichere Hand bei der Produktion.

Fazit: „The Last Airbender“ ist absolut oberflächliche Unterhaltung, die zwar passabel funktioniert, aber höchstens für 12 – 14-jährige. Aus der Sicht eines erwachsenen Film-Freaks handelt es sich hier jedoch um eine ziemliche Enttäuschung!

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