"Durch die Beherrschung der vier Elemente wird er die Herzen verändern. Und das Herz ist der Ort an dem alle Kriege gewonnen werden."
In den Nationen Erde, Feuer, Luft und Wasser existieren Menschen, die jeweils eines der Elemente bändigen und beherrschen können. Nur der Avatar ist in der Lage alle vier Elemente gleichzeitig zu beherrschen, doch dieser verschwand spurlos vor 100 Jahren. Seitdem führt die Feuernation einen skrupellosen Krieg gegen die anderen Nationen. Nur der Avatar soll in der Lage sein diesen Krieg zu beenden.
In der Nation des Wassers finden die 14-jährige Wasserbändigerin Katara (Nicola Peltz) und ihr älterer Bruder Sokka (Jackson Rathbone) den im Eis eingeschlossenen 12-jährigen Luftbändiger Aang (Noah Ringer) und befreien ihn. Durch die Folgen des Krieges ist er der letzte Luftbändiger und gleichzeitig die Reinkarnation des Avatar. Seine Ausbildung ist jedoch noch nicht beendet. Bislang beherrscht er nur die Bändigung der Luft. Daher suchen Katara, Sokka und Aang nach einem Lehrmeister der Wasserbändigung, während die Feuernation und dessen verbannter Prinz Zuko (Dev Patel) alles daran setzen um ihn in die Finger zu kriegen.
"Die Legende von Aang" basiert auf der äußerst erfolgreichen, amerikanischen Zeichentrickserie "Avatar - Der Herr der Elemente". Dem Realverfilmung nahm sich Regisseur M. Night Shyamalan ("The Sixth Sense", "Unbreakable") an, der sich nach seinem letzten, sehr langatmigen Film "The Happening" erstmals einer Auftragsarbeit widmet.
Mit unterschwelligem Horror hat das kindlich präsentierte Fantasy-Esoterik Epos definitiv nichts zu tun. Shyamalan wandelt abseits seiner gewöhnlichen Filme, was allerdings keine Rückbesinnung auf alte Werte bedeutet.
Wenn es um Adaptionen von Serien geht, muss ein Kinofilm zwangsläufig die Handlung extrem verdichten und sich auf das wesentliche konzentrieren. "Die Legende von Aang" zeigt, was bei solch einer Kürzung der Handlung passieren kann. Oberflächlich und gehetzt wirkt der Film in seiner gesamten Laufzeit. So wird zwar einiges an Schauplätzen und Handlungselementen genutzt, die Welt, in die der Film spielt, wirkt dadurch jedoch klein und überschaubar. Verfolgen kann man die Reise der Hauptpersonen dennoch ohne weiteres, denn viel Anspruch erwartet den Zuschauer nicht.
Auch den Charakteren spricht "Die Legende von Aang" nur wenig Zeit zu. Eine Vielzahl kommt zum Zuge, so wirklich ausgemalt scheint aber nur der titelgebende Held. Die restlichen Figuren werden häufig nur kurz eingeführt und für den ein und anderen Schlüsselmoment genutzt. Vertiefung und emotionale Bindung gibt es keine. Und durch die flachen Dialoge steht häufig auch deren Glaubwürdigkeit auf dem Spiel.
"Die Legende von Aang" kann dafür durch seine Optik überzeugen. Dank den beeindruckenden Effekten der Elementenbeschwörung, einfallsreichen Kreaturen und phantastischen Landschaftsutopien kommt zumindest zeitweise echtes, episches Feeling auf, was für einen Film mit der Zielgruppe zwischen 10 und 16 Jahren nicht selbstverständlich ist. Der Soundtrack ist imposant und erschafft eine stimmige Atmosphäre zu den häufig auch mal düsteren Bildern.
Durch einige Actionsequenzen wird der Fantasyfilm trotz seiner spärlichen Handlung und mäßigen Figuren nicht so schnell langweilig. Sicherlich gibt es vom Finale abgesehen keine echten Höhen, unterhaltsam sind die Kämpfe mithilfe von Feuer-, Wasser-, Erd- und Luftbeschwörung sowie diversen ansehbaren Kampfchoreografien dennoch.
Ebenfalls ohne wirkliche Höhen erweist sich die Performance der Darsteller. Am besten schlägt sich noch Neuzugang Noah Ringer sowie der kaum geforderte Cliff Curtis ("Sunshine"). Dev Patel ("Slumdog Millionär") hat das Glück seine einigermaßen vielseitige Rolle ein wenig ausspielen zu können, während Jackson Rathbone ("Biss"-Reihe) sowie Nicola Peltz keinerlei Ausdrucksstärke besitzen.
"Die Legende von Aang" versucht seine Schwächen durch schnelles Tempo in Erzählstruktur und Action zu kaschieren. Das funktioniert zwar um den Fantasyfilm unterhaltsam erscheinen zu lassen, tatsächlich ist es jedoch die fantasievolle Optik, die am meisten beeindrucken kann. Allerdings reicht dies nicht, um den an ein kindliches Publikum angepassten Film aus der Mittelmäßigkeit heraus zu hieven. Denn die Charaktere wirken flach und die Handlung zu oberflächlich vorgetragen, was "Die Legende von Aang" unbeseelt erscheinen lässt
6 / 10