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Sonntag, 5.März 2006, Los Angeles: Die Oscars werden verliehen, ich entschließe mich zum Gegenprogramm und werfe am selben Abend „Zwei bärenstarke Typen“ in den DVD-Player. Zwar wäre ein Goldjunge für die beiden Hauptakteure so abwegig wie Schnee in der Sahara, aber immerhin weiß man bei einem Film mit Bud Spencer und Terence Hill, woran man ist.

Bevor es mit „Vier Fäuste gegen Rio“ und den „Miami Cops“ mit dem Duo zu Ende ging, mimen sie hier einen Kleinganoven und einen Landstreicher und werden durch Zufall mit Top-CIA-Agenten verwechselt. Das verschlägt sie geradewegs ins sonnige Florida, wo sie im Auftrag höchster Regierungskreise die Verbrecherorganisation „K1“ stoppen sollen, deren Anführer nichts anderes als die Weltherrschaft anstrebt.
Das klingt zugegebenermaßen sehr ungewöhnlich für einen Spencer/Hill-Film, ist aber nur konsequent, wenn man bedenkt, dass in den Achtzigern exotische Schauplätze bei Weitem nicht mehr ausreichten, um jemanden vom Hocker zu reißen. Also musste da schon ein Mix aus Prügelkomödie, Roadmovie und Agentenparodie (der Oberschurke erinnert nicht umsonst an „Bond“-Bösewicht Blofeld, nur dass die Katze mit einem Hund vertauscht wurde) mit einem Schuss Science-Fiction her, um die Leute ins Kino zu locken. Der Anfang ist da noch eher traditionell gehalten, während später wieder einmal eine Verwechslungssituation heraufbeschworen wird, welche die Zwei schnurstracks in die Unterwelt führt. Der Schluss auf dem Schiff ist aus heutiger Sicht schon wegen der angestaubten technischen Geräte ein Brüller vor dem Herrn.

Fans der Beiden werden sich jedenfalls von der ersten Sekunde an wohl fühlen, wobei man bedenken sollte, dass sich die Schlägereien hier in Grenzen halten, bei der obligatorischen Schlussprügelei ist diesmal sogar eine Frau Mittelpunkt des Geschehens. Die Qualitäten von „Zwei bärenstarke Typen“ liegen ganz klar auf dem erneut perfekt abgestimmten Spiel der Hauptakteure, einigen unvergesslichen Zitaten („Was ist mit der Kuh?“ – „Die brauch ich für mein täglich’ Joghurt, aber halten Sie sie von den Bullen fern, sonst zahlen Sie die Alimente, mein Lieber!“), sowie dem unvergleichlichen Charme, den die meisten Filme des Duos besitzen. Für mich eines der Karriere-Highlights der Beiden!

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