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Eine verlassene Tankstelle irgendwo nachts in einer ländlichen Gegend - hier hält ein Auto mit einer Blondine in blauem Bikini, die sich ganz offensichtlich verfahren hat. Doch im offenem Verkaufsraum kann sie niemanden finden, weswegen sie weiterfahren will - doch dazu kommt sie nicht mehr, denn irgendjemand hat ihren Wagen angekettet. Als sie aussteigt und beim Kofferraum nachschauen will, sieht sie gerade noch jemanden von der anderen Seite auf sich zulaufen, der sich auf sie stürzt.
Die verlassene Tankstelle ist dann auch Schauplatz der nächsten Bikini-Mädels, die mit einem alten gelben Schulbus eigentlich woanders hinwollten, um sich mit einer heißen Autowäsche ein paar Dollars dazuzuverdienen. Doch die beiden jungen Fahrer kriegen die havarierte alte Kiste nicht so schnell repariert, weswegen die Mädels beschließen, gleich an Ort und Stelle ihre Show abzuziehen. Bis zum Nachmittag geht das leidlich gut, doch dann trennen sie sich und als es dunkel wird, verschwindet eine nach der anderen. Denn irgendwo in oder an der alten Tankstelle haust ein irrer Freak in einer Mechaniker-Montur, der eine Vorliebe für Bikini-Mädels hat und diese einzeln abfängt und massakriert...

Bikini Girls on Ice ist mal wieder ein Slasher, der sich an altbekannten Schemen orientiert, seinen immerhin hübschen Opfern keinerlei persönlichen Hintergrund spendiert und den rasenden Killer auch nicht weiter vorstellt. So geht also alles seinen gewohnt-bekannten Gang, die Teilnehmer ahnen nichts von der Gefahr, teilen sich auf, die Handies haben keinen Empfang (Hilfe von außen ist also nicht möglich), ein zufällig vorbeikommender Anwohner warnt vor der unheimlichen Tankstelle (und wird natürlich ignoriert) und erst am Schluß denken die übrig Gebliebenen an so etwas wie Gegenwehr.

Neben dem fehlenden Motiv des Killers, der mit allen möglichen Werkzeugen zuschlägt und -sticht und die Bikini-Oberteile an einer Wäscheleine aufhängt, nachdem er seine Opfer bevorzugt in Kühltruhen voller Eis packt sind es vor allem die im Gegenschnitt oder im Off stattfindenden Kills, die den Streifen schnell langweilig werden lassen: Ein paar Spritzer rotes Kunstblut auf die Kameralinse, ansonsten nur ein wie wild zuschlagender langhaariger Typ namens Moe - das ist schlicht zu wenig, um auf Dauer zu unterhalten. Zu keiner Zeit kommt irgendeine Spannung auf, wenn die Bikini-Mädels einzeln aus Neugier die Räume der verlassenen Tankstelle ergründen und dann erwartungsgemäß vom Killer erwischt werden.

Irgendetwas muß sich Regisseur und Drehbuch-Co-Autor Geoff Klein dabei gedacht haben, denn außer dem kolportierten Gerücht, daß die wörtlich auf Eis gelegten Bikini-Mädels der Phantasie eines Bekannten entspringen (obwohl der Titel Bikini Girls On Ice beim Publikum freilich ganz andere Erwartungen weckt), gibt es ein paar Kleinigkeiten, die einem abseits des stereotypen Geschehens auffallen: So füllt sich auch ein gestrandetes Touristen-Ehepaar den Benzinkanister, und als der Mann zahlen will und niemanden findet, klemmt er die Dollar-Note unter den Benzinkanister am Tresen, damit sie nicht davonfliegt. Welchen Sinn mag dies haben, wenn er doch gleich wieder mit dem Kanister zu seinem Auto geht? Etwas später kommt einer der beiden jungen Burschen, die den Bus reparieren herein, zieht den Schein unter dem Kanister hervor und kassiert diesen korrekt in die Registrierkasse, so als ob er hier arbeiten würde - wtf? Über die stets in Bikinis auftretenden Mädels (die diese mit einer einzigen kurzen Ausnahme übrigens nie ablegen) oder den Umstand, daß der irre Killer meist wie aus dem Nichts auftaucht, wie seine Opfer keine Spuren hinterläßt (und sich später auch selbst in einem Kofferraum einsperren kann, dessen Schlüssel er extra für die Mädels an eine bestimmte Stelle legt) mag man sich schon gar nicht mehr wundern.

Während es immerhin an der vergammelten Location, der Kameraführung und dem Score dieser kanadischen Produktion nichts auszusetzen gibt (an den durchweg hübschen Mädels ohnehin nicht) bleibt das mutlose Drehbuch der Hauptkritikpunkt: mit ein paar wirklich blutigen Effekten, dem einen oder anderen Subplot oder überhaupt einer frischen Idee wäre das Ganze erträglicher geworden, so allerdings zieht sich die Geschichte streckenweise wie Kaugummi. 3 Punkte.

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