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Ein Cocktail ist kennzeichnend für ein Gemisch verschiedener (meist alkoholischer) Getränke, die (wenn der Mixer gut ist) am Ende besser schmecken, als sie es einzeln schon tun. „Dark Angel“ mit Dolph Lundgren ist ein filmischer Cocktail, denn bei diesem Film wird vermengt, was in den frühen 90’er Jahren im Kino beliebt war: Terminator, Predator und Lethal Weapon fallen dem geneigten Betrachter sofort auf, wenn er „Dark Angel“ sieht. Was sich anhört, wie ein unoriginelles Plagiat verschiedener Erfolgsfilme, fügt sich wundersamer Weise zu einem guten 80’er Action/Sci Fi-Film zusammen, der zu den Höhepunkten in Lundgrens bisheriger Filmografie gehört.

Dies liegt vor allem daran, dass aus den genannten Filmen unterhaltsame Komponenten genommen wurden, die an den richtigen Stellen auf interessante Art aufgebohrt wurden. Beispiel gefällig? Dass das Alien Jagd auf Menschen macht, um Trophäen zu sammeln erinnert schon stark an „Predator“. Diese Grundidee wird hier variiert, indem das Alien den Menschen Heroin injiziert, um dann die entstehenden Endorphine gewaltsam abzusaugen. Weitere Beispiele dieser Art ließen sich mit Leichtigkeit aufzählen. Wichtig ist, was am Ende dabei herauskommt und das Ergebnis erstaunt und weiß zu überzeugen! So funktioniert das typische „Buddy Movie“-Cop Duo Lundgren/Benben überaus gut. Es werden zwar Stereotypen geschaffen (der harte Cop, der die Regeln bricht und der kleinliche und obrigkeitshörige FBI-Agent), doch an den richtigen Stellen werden diese abgeschwächt. So darf der harte Cop Lundgren in einer Luxuswohnung leben und ein Weinkenner sein. Gerade diese Variationen retten den Film vor dem Mittelmaß und zeichnen das Genre-Gebräu „Dark Angel“ aus. Auf die Story muß man keinen großen Wert legen. Interessant ist aber, dass der Film im Original passenderweise „I Come In Peace“ heißt. Der böse Alien sagt diesen Satz immer, bevor er ein menschliches Opfer richtet. Die deutsche Synchro macht daraus allerdings nicht „Ich komme in Frieden“, sondern „Ich bringe Euch Frieden“. Warum, weiß wohl niemand so genau, doch verfälscht sie den (im Original) titelgebenden Satz des Films.

Wie oben schon beschrieben, gehört „Dark Angel“ zu den besseren Filmen in Lundgrens Filmografie. Und, ja es ist ein Lundgren-Film. Trotz aller Sci Fi-Thematik ist „Dark Angel“ vor allem ein Actionfilm, in dem viel geballert wird. Die Shootouts sind ganz ordentlich und die Action ist dem Entstehungsjahr entsprechend ruppig. Brian Benben, der Lundgrens Partner Smith spielt macht seine Sache sehr ordentlich. So ordentlich, dass man sich fragt, warum man den Mann nicht in zahlreicheren bekannten Produktionen gesehen hat. Erwähnenswert ist zudem die Musik, die ebenfalls gut zum Entstehungsjahr und zum Genre passt und von Jan Hammer komponiert wurde, der vor allem für seinen „Miami Vice“-Score bekannt ist.

Abschließend lässt sich „Dark Angel“ mit einem guten Zombie vergleichen. Wenn man liest, was da alles drin ist (z.B. mehrere Rumsorten), fragt man sich, ob das Ergebnis ernsthaft schmecken kann. Trinkt man ihn, schmeckt er so gut, dass man gar nicht merkt, wie viel Hochprozentiges dahintersteckt. Wenn man „Dark Angel“ sieht, registriert man zwar die vielen Anleihen aus anderen Filmen, doch man wird dabei so gut unterhalten, dass einem die Zutaten egal sind.

Fazit:

8/10

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