Review

Während „The Lost Boys“ nicht zuletzt aufgrund einiger Songs Kultstatus genießt, fiel die späte Fortsetzung erwartungsgemäß ab. Mit dem dritten Part kommt nicht unbedingt frischer Wind in die Reihe, doch die eher altbacken aufgezogene Geschichte und ein cooler Corey Feldman, der im Grunde noch so aussieht wie anno 1987 sorgen für spaßige Unterhaltung.

Es ist wie gehabt: Edgar Frog (Feldman) jagt Zeit seines Lebens Vampiren hinterher und musste just den Verlust seines Bruders hinnehmen. Da tritt die Autorin Gwen auf den Plan und bittet ihn um die Rettung ihres Bruders, der seit einer Rave verschwunden ist.
Und erneut steht eine Rave an, bei der Vampirblut an ahnungslose Gäste verteilt wird, während Obervampir DJ X einen großen Coup plant…

Zwar kommen weder ausgesprochene Action-Fans, noch blutrünstige Gore-Jünger auf ihre Kosten, doch Freunde des Originals werden sich über einige Anspielungen und skurrile Charaktere freuen. Ein stets grummelnder Frog, der mit überaus rauchiger Stimme trotzige Kommentare ablässt, ein gelackter Poser, der nicht an Vampire glaubt, aber für Reality-TV schon wilde Tiere erlegte, eine halbwegs knackige Auftraggeberin und eine drollige Comic-Verkäuferin stehen im Mittelpunkt beim Kampf gegen die Blutsauger.
Es gibt eine Cover-Version von „Cry Little Sister“, die es zwar nicht mit dem Original aufnehmen kann, aber schöne Erinnerungen weckt, einige Ausschnitte vom ersten Teil, die sich hauptsächlich dem jung verstorbenen Corey Haim widmen und nebenbei unterschwellige Kritik an gelackten Vampirstreifen wie „Twilight“.

Phasenweise nimmt sich die Handlung selbst nicht ernst, etwa bei einem Waffen-Nerd, der sich offenbar nur von Bohnen ernährt und allerlei Spielereien für unsere Krieger parat hält oder beim Interview mit Bösewicht DJ X, der seinen Worten auch Taten folgen lässt.
Insgesamt gibt die Story wenig her: Man rüstet sich zum Kampf, betritt die Insel, auf der die große Feier auf einem ehemaligen Schlachthof stattfinden soll, während im letzten Drittel eigentlich erst Spannung spürbar wird, als es zum Aufeinandertreffen kommt, ein kleiner Twist für eine Fortführung des Showdowns sorgt und ein obligatorischer Abschlussgag einen Cliffhanger für eine weitere Fortsetzung parat hält.
Immerhin sorgt die Location mit unterirdischen Gängen und einigen Vorrichtungen am Rande für Stimmung und auch einige Songs unterstreichen die düstere bis beschwingte Stimmung.

Auf darstellerischer Ebene merkt man den Leuten ihre Spielfreude deutlich an, denn sämtliche Beteiligte agieren nahezu comichaft, aber durchaus adäquat zu den überzogenen Figuren.
Die Effekte bieten vor allem entmaterialisierende Vampire, explodierende Körper und am Rande angedeutete Biss-Szenen sowie ein herausgerissenes Herz.
Ansonsten bieten die knapp 78 Minuten Vampirtreiben passable Unterhaltung, ein wenig Schmunzeln und Nostalgie und im letzten Drittel ein ordentliches Tempo mit netten Gefechten.
Im Zuge der Reihe zumindest einen Blick wert, als eigenständiger Vampirfilm allerdings ein wenig mau und blutarm.
6 von 10

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