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Nach dem zu durchschnittlichen DTV-Sequel, welches auch noch ziemlich einfallslos das Original kopierte, überrascht die Tatsache, dass man zwei Jahre später einen dritten Teil nachschob. Besonders über das Duo Corey Feldman (Bordello of Blood, Stand by Me) und Jamison Newlander (Der Blob, The Lost Boys) darf der Zuschauer erfreut sein, denn sie verkörperten die Gebrüder Frog schon im Erstling. Feldman fungiert auch als Produzent und schien einen nicht unerheblichen Einfluss gehabt zu haben. Es gibt nicht nur kleinere Szenen in Form von Rückblenden aus dem Original, sondern auch viele Erwähnungen der Figuren. So ist Sam Emerson, damals verkörpert von Corey Haim, bereits verstorben, dies soll wohl eine kleine Widmung an den ebenfalls 2010 verstorbenen Corey Haim sein. Auch Comics spielen hier eine tragende Rolle, besonders das "Batman" Heft Nr. 14, Kenner des Originals erinnern sich vielleicht. Ebenfalls versucht man mit der Neuauflage des Songs "Cry Little Sister" wehmütige Erinnerungen an die atmosphärischen 80er Jahre zu wecken, der Score von "Lost Boys - The Thirst" ist ebenfalls klasse geworden und auch die Locations wurde hübsch altmodisch gehalten. Das Geschehen im Film spielt sich angeblich in Kalifornien ab, gedreht wurde aber im günstigeren Südafrika, dennoch gefällt das Sequel optisch sehr gut. Regisseur Dario Piana (The Deaths of Ian Stone, Too Beautiful to Die) versucht es im Stil von Joel Schumacher und inszeniert sehr ruhig. Es kommen viele Nebelmaschinen zum Einsatz, gruselige Sequenzen sind gut vorbereitet und CGI kommt nur selten zum Einsatz.

Im Küstenstädtchen San Cazador geht eine neue Droge um, doch in Wirklichkeit handelt es sich dabei um Vampirblut. DJ X (Seb Castang) will eine große Raver-Party schmeißen, doch eigentlich dient diese Veranstaltung dazu, um neue Vampire zu schaffen. Mit Peter (Felix Mosse) will er dort auch ein Opfer darbringen, doch Peters große Schwester Gwen Lieber (Tanit Phoenix) hat bereits den Vampirjäger Edgar Frog (Corey Feldman) angeheuert. Bei DJ X könnte es sich um den Alpha-Vampir handeln, wenn Edgar ihn töten würde, dann gibt es keine Vampire mehr auf der Welt. Denn auch sein Bruder Alan (Jamison Newlander) ist mittlerweile ein Blutsauger.
Gerade originell ist der Verlauf der Story nicht, doch gegen Ende darf es immerhin eine kleine Überraschung geben. Ganz nett sind die Seitenhiebe auf die "Twilight"-Trilogie, genauso die Tatsache, dass sich mit dem angeberischen Lars von Götz (Steven van Niekerk) ein Möchtegern-Promi an der Jagd beteiligt, der das Ganze für ein Spiel hält und nicht an Vampire glaubt. Obendrein sind die gar nicht einfallslosen Dialoge mit jeder Menge trockener Sprüche gewürzt, einige Gags kommen aber nur richtig zur Geltung, wenn man das Original aus dem Jahr 1987 kennt.

Bei einer kurzen Laufzeit von nicht mal achtzig Minuten, nimmt sich Paina ein wenig zu viel Zeit, bevor Edgar richtig in Aktion treten darf. Es gilt zwar ein paar Angriffe von Vampiren abzuwehren, doch diese fallen meist recht kurz aus. Dafür hat man bei den Waffen tief in die Trickkiste geschaut, die Höhepunkte sind eine Granate, die bei Explosion riesige Pfähle aus ihrem Inneren feuert und die unfunktionierte russische Wasse, welche kleine Bomben die Weihwasser und Knoblauch enthalten, abfeuert. Damit bläst man dann im Finale zum Angriff auf die Vampirbrut, schließlich gilt es Peter vor seiner Opferung zu retten. Edgar wird dabei nicht nur von Alan unterstützt, sondern auch von der kämpferischen Zoe (Casey B. Dolan), die auch noch ein Geheimnis zu verbergen hat. Die Kämpfe gegen die Blutsauger sind ganz ansprechend gemacht, jedoch fehlt die spektakuläre Note. Ein paar blutige Szenen, wie das herausreißen von einem Herz oder ein Kehlenschnitt gibt es zu sehen, die Effekte und Masken sind auf gutem Niveau.
Corey Feldman macht es hier sichtlich Spass noch einmal in die Rolle von Edgar Frog zu schlüpfen, im Vorgänger war er nur ein Nebenpart, hier spielt er die erste Geige. Um ihn versammelt hat man eine sehr sympathische Riege, auch wenn es den Figuren meist an einem Hintergrund mangelt.

Gefällt mir persönlich deutlich besser als der Vorgänger, "Lost Boys - The Thirst" hat zwar nur eine genretypische Story zu bieten, nimmt sich aber zu keiner Zeit ernst und Feldmans Performance macht richtig Laune. Für die beschränkten Mittel ist die Inszenierung makellos, dank des stimmigen Scores und den passenden Locations kommt eine altmodisch angehauchte Atmosphäre auf. Die gelegentlichen Bluteinlagen sind gelungen, CGI kommt nur selten und unauffällig ins Spiel. Und gerade Liebhaber des Originals dürften hier in Erinnerungen schwelgen, leider fehlt einfach das gewisse Etwas.

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