In diesem tödlichen Spiel sind selbst die Spieler unwissend darüber, wer mit im Spiel ist! Mary Walsh begleitet ihren Freund Kevin zu einer ambulanten Operation ins Krankenhaus. Als sie ihn dort wieder abholen will, ist er auf mysteriöse Weise verschwunden. Niemand kann ihr über das Verbleiben ihres Freundes Auskunft geben. Es gibt keinerlei Nachweis darüber, dass Kevin je hier war und die Polizei beginnt an Marys Zurechnungsfähigkeit zu zweifeln. Nun muss sie nicht nur ihren Freund wiederfinden, sondern auch beweisen, dass sie nicht verrückt ist. Als ein Fremder plötzlich behauptet, Kevins Aufenthaltsort zu kennen und 10 Millionen Dollar Lösegeld verlangt, bleibt ihr nur eine Stunde um den Forderungen nachzukommen und das Leben ihres Freundes zu retten.
Dieser kleine aber feine Krankenhausthriller war leider auch gleichzeitg die Abschiedsvorstellung von Brittany Murphy. Das eingefallene Gesicht und die spindeldürren Arme lassen sie sogar schon im Film selbst nicht gerade kerngesund aussehen. Die Geschichte an sich ist dafür aber durchaus gelungen. Als Location dient dazu ein altes Krankenhaus, das demnächst geschlossen werden soll.
Die Story an sich bezieht sich hauptsächlich auf die Frage, ob Kevin überhaupt existiert, oder ob die gute Mary sich das alles nur einbildet (die psychische Vorgeschichte und scharfe Medikamente deuten in diese Richtung). Als Zuschauer darf man da fleißig mitraten, zumindest bis zu dem Zeitpunkt als sich gegen Ende ein Entführer meldet und 10 Mios abgreifen möchte. Wer hinter der ganzen Geschichte steckt ist zwar relativ leicht erahnbar, kommt als Twist aber dennoch recht gut rüber, denn es ist ein ganzes Quartett, das sich die Nummer ausgedacht hat.
Zwar frag ich mich, warum man die Frau nicht einfach entführt hat um an das Geld zu kommen, sondern sogar monatelang Vorbereitungen trifft, aber sonst hätten wir ja keinen Film. In Dollars gebadet hat die DTV-Produktion sicher auch nicht, nützt seine bescheiden Mittel aber recht geschickt aus. So ein halbleeres Krankenhaus mit seinen langen Gängen strahlt schon von alleine eine gewisse Bedrohlichkeit aus und diese wird auch ausgenutzt. Wenn jetzt nicht der eher mittelmäßige Showdown und diverse Logiklücken wären wärs natürlich noch schöner, aber auch so bietet Ohne jede Spur spannende Unterhaltung. Für mich jedenfalls einer der besseren Thriller der letzten Zeit.
7/10