Es geht bergab mit dem Koreakino...16.07.2011
Was habe ich Filmen aus dieser Region schon zugejubelt...waren es nun der Oldboy, oder das Bittersweet Life - egal, große Filme, großes Kino. Doch wie überall, was gut beginnt ist auf Dauer nur schwer zu halten. Hier eine Weisheit meines Vaters: eine Frau zu gewinnen ist leichter, als sie dauerhaft an der Seite zu halten, aber das nur so ganz nebenbei. Paßt aber dennoch ganz gut zu diesem Film, denn es geht vornehmlich um Frauen - und um die Menschen, die sie umgeben. Angesichts der vielen lobenden Kritiken zu diesem Film habe ich mir einen weiteren Meilenstein des koreanischen Kinos erhofft, aber ich wurde enttäuscht. Bitter enttäuscht. Man ist angekommen im Durchschnitt, und da reißen es ein paar harte Effekte zum Schluß des Films auch nicht raus - einem Schluß, durch den ich mich dann nur noch mit der Vorspultaste durchkämpfen konnte.
Durchkämpfen, das muß sich auch Bok-Nam, die auf einem abgeschiedenen Eilan lebt, mit ihr nur noch vier Tanten, ein alter Mann, ihre Tochter, der Ehemann und dessen tumber Bruder. Die Insel wir ab und an von einem kleinen Postboot angesteuert, und eines Tages ist auf diesem Boot auch Hae-Won an Bord, eine Jugendfreundin von Bok-Nam. Während Hae-Won einen Entspannungsaufenthalt auf der Insel verbringt, ist Bok-Nams Leben dort die Hölle. Sie wird erniedrigt, geschlagen, die Tochter ist gefährdet...und irgendwann ist dann mal Schluß mit lustig, da räumt sie auf, die Bok-Nam, mit Sichel und Schere...und weil die Freundin ihr nicht geholfen hat, wird ihr nach Seoul gefolgt, um dort auch aufzuräumen...
Das aber will man nicht mehr sehen, denn bis dahin ist viel wertvolle Lebenszeit verschwendet worden - und nichts passiert. Die Regie schafft es nicht, den Zuseher ins Geschehen einzubeziehen, man guckt ähnlich teilnahmslos zu ( oder weg ) wie Hae-Won und wartet auf das große Finale...und wartet...und wartet. Man mag suggerieren, es hier mit einem Horrorfilm zu tun zu haben, aber das stimmt nicht. Es ist aber auch kein Rachethriller, sondern vielmehr ein Drama, dazu aber leider auch ein schlecht gemachtes, langatmiges und mit einem sehr aufgesetzt wirkenden Schlußakt behaftetes. Zu keiner Zeit kann der Film überzeugen, er langweilt vielmehr und läßt den Zuseher kalt. Andere mögen das anders sehen und hinter der Inselgemeinschaft die Kritik an einem patriarchalischen System in einer Teerunde diskutieren, aber ich sehe hier nur Vergeudung wertvoller Lebenszeit - 3/10.