So langsam aber sicher avanciert der kanadische Filmemacher Ryan Nicholson zum legitimen Nachfolger von Ulli Lommel und Konsorten, denn seine Streifen werden zusehends liebloser heruntergekurbelt.
Augenscheinlich macht er sich allenfalls noch ein paar Gedanken über das grobe Storygerüst und dreht den Rest unbedarft je nach Gusto, was wesentlichen Aspekten wie beispielsweise Spannung oder gar Mitfiebern nicht gerade dienlich ist.
Im Mittelpunkt steht die Filmcrew eines B-Movies im Horrorbereich rund um Scream Queen Riversa Red. Der Fahrer Don Cardini hat sogleich ein beschützendes Auge auf die Darstellerin geworfen, die vorgibt, von einem Stalker belästigt zu werden.
Doch nach einigen Tagen am Set zeigt Cardini immer mehr sein wahres, jähzorniges Gesicht, denn entgegen der Pläne des Regisseurs will er seinen eigenen Horrorfilm mit unorthodoxen Mitteln in Szene setzen…
Zumindest geht Nicholson nicht völlig ernst an die Skizzierung der Filmcrew heran, denn neben manchen bewusst am Rande festgehaltenen Klischees, wirken einige Takes am Set dermaßen hölzern, dass man schon meinen könnte, er würde damit sein eigenes Niveau karikieren: Unsichere Gesichter und unbeholfene Gesten finden sich beim Film im Film ebenso wie in der eigentlichen Handlung über den durchdrehenden Chauffeur.
Doch diese wenigen Auflockerungen bieten minimale Unterhaltungsmomente, da man ansonsten überhaupt nicht in die Gänge kommt und als Splatterfreund bei der 69-minütigen, stark gekürzten Fassung komplett in die Röhre schaut.
Hier und da ein unpointiertes Einschleimen bei der vergötterten Miss Red, dann ein kleiner Ausraster im Hintergrund und die eine oder andere obligate Oben-ohne-Szene in regelmäßigen Abständen untergebracht.
Doch als nach einer knappen halben Stunde der erste Mord geschieht, nimmt man diesen mit ziemlicher Gleichgültigkeit entgegen.
Das liegt einerseits am einfältig gezeichneten Fahrer Cardini und zum anderen an den oberflächlichen Stereotypen der Crew, von denen niemand positiv hervorstechen kann.
Als es letztlich zur Sache gehen könnte und Cardini die restlichen Mitglieder durch die Gegend treibt, kommt ein nicht unwesentlicher Nervfaktor hinzu: Die dominierende Kameraperspektive vom filmenden Assistenten.
Der Zoom wird beliebig betätigt, dazu kommt eine unruhige Führung und zu allem Überfluss ist jene Sicht im Record-Modus gehalten, was dicke weiße Streifen und ein Fokus-Kästchen beinhaltet.
Anders ausgedrückt: Diese Passage von rund 14 Minuten im letzten Drittel ist annähernd unsehbar, wozu das kollektive Flennen nahezu aller Beteiligten überdies beiträgt.
Die Sache ist am Ende kaum mehr zu retten, auch wenn der Showdown gar so etwas wie körperliche Auseinandersetzungen impliziert, - wer da nun begraben wird oder sich als wahrer Stalker entpuppt, reißt nicht mehr vom Hocker.
Die käsige Inszenierung macht annähernd alles falsch, um das Interesse rasch schwinden zu lassen, alles Weitere hat die FSK so sauber erledigt, dass sogar Figuren ohne Andeutung aus dem Geschehen verschwinden.
Es ist allerdings arg zu bezweifeln, ob eine ungeschnittene Fassung mehr Sinn ergäbe, denn uninspiriert und reichlich ereignislos bleibt der Stoff auch mit einigen Minuten mehr…
2,5 von 10