"Wollen sie wissen was der Nachteil ist, wenn ich sie umbringe, Jill? Ich kann es nur einmal tun."
Nachdem der Nachfolger des Serienkillers Jigsaw (Tobin Bell) Detective Hoffman (Costas Mandylor) einem von Jigsaws Witwe Jill Tuck (Betsy Russell) aufgesetzten Folterinstrument entkommt, wendet sich Jill an Detective Gibson (Chad Donella), dem sie im Austausch für ihre Immunität alles gesteht. Durch den Wunsch nach Rache angetrieben, startet Hoffman einen blutigen Rachefeldzug.
Unterdessen findet sich Buchautor Bobby Dagen (Sean Patrick Flanery) in einem von Jigsaws berühmt-berüchtigten Parcours wieder. Um seiner Frau Joyce (Gina Holden) und seinen Geschäftspartnern das Leben zu retten, muss er mehrere tödliche Herausforderungen meistern.
Mit dem nunmehr siebten Teil soll die "Saw"-Reihe durch "Saw 3D - Die Vollendung" sein endgültiges Ende finden, obwohl bereits der direkte Vorgänger einen hervorragenden Abschluss ohne drängende Fragen hatte. Tatsache ist, dass die verstrickte Handlung auch diesmal wieder Anknüpfpunkte insbesondere zum ersten Teil bildet und den sechsten Teil direkt weiterführt. Ohne Vorkenntnisse wird man also auch diesmal, trotz verkümmerter Handlung, kaum einen Durchblick haben.
Neu ist diese bei weitem nicht. Erneut läuft eine Person durch ein mit Folterinstrumenten gespicktes Gewölbe und stellt sich moralischen Entscheidungen. Währenddessen wird an Nebenschauplätzen der sich durchziehende rote Faden um die wichtigsten Hauptcharaktere weiter erzählt. Durch die starke Gewichtung auf plakative Gewaltdarstellung erweist sich die Geschichte diesmal jedoch als noch marginaler, als sie sonst bereits ausgefallen ist, bietet lose Zusammenhänge, die man sich selbst erdenken muss und überrascht kaum noch.
In den wenigen handlungsfördernden Abschnitten werden stattdessen vorgegebene Figurenzeichnungen über den Haufen geworfen und das Potential bekannter Charaktere kaum genutzt. Obendrein endet "Saw 3D - Die Vollendung" mit der sehr vorhersehbaren Wiederkehr eines bekannten Charakters und einem anknüpfbareren Schluss, als es der sechste Teil bot.
Das "Saw"-Sequel zeichnet sich einmal mehr durch eine Steigerung der Gewaltschraube aus und erweist sich als bislang härtester Film der Reihe. Das Spektrum beläuft sich über unblutiges Erhängen zu halbierten und zerfetzten Körpern, sowie herumfliegenden Innereien. Die Gewaltspitzen sind teils so hoch, dass nicht gefestigte Gelegenheits-Kinogänger gnadenlos überfordert werden und selbst Fans ein leichtes Unbehagen spüren dürften.
Durch das hinzuziehen der 3D-Technik sind nun auch zahlreichere, unnötige digitale Effekte mit eingeflossen, die die Optik hin und wieder etwas zu geschönt wirken lassen. Trotz dieser Hochglanzbilder bleibt aber die gewohnte Schmuddeloptik erhalten und somit auch die beklemmende Atmosphäre.
Allgemein ist spürbar, dass in "Saw 3D - Die Vollendung" der Stoff von mehreren geplanten Filmen vereint wurde und hastig von Schauplatz zu Schauplatz gezogen wird. So ist beispielsweise der Text von beschrifteten Türen, der eine dahinter befindliche Aufgabe ankündigt, durch die nur sehr kurze Einblendung kaum lesbar. Andererseits ist das Tempo des Films dadurch enorm hoch und gibt kaum eine Möglichkeit durchzuatmen. Infolgedessen ist der gesetzte Stressfaktor an den Zuschauer sehr hoch, was sich ebenso auf die Spannung auswirkt.
Sehr unterschiedlich sind die Leistungen der Darsteller, von denen im Horrorgenre für gewöhnlich nicht viel erwartet wird. So erweisen sich die markanten Züge von Costas Mandylor erneut als sehr charismatisch und die Darstellung seiner Figur als überzeugend. Absoluter Gegenpol stellt Betsy Russell dar, die hier wie auch schon in den Vorgängern als nervig und fehlbesetzt wahrgenommen werden kann. Im Gegensatz zu ihrem Schauspielerkollegen gelingt es ihr immer noch nicht der schlicht gezeichneten Figur persönliche Merkmale zu geben.
Die Ideologie des Tötens findet auch in "Saw 3D - Die Vollendung" wieder Platz. Diesmal jedoch mit einer so beängstigenden Intensität, dass einem Unwohl werden kann. Die Folterinstrumente stehen im siebten Teil mehr denn je im Mittelpunkt und verdrängen die sehr vorhersehbar ausgefallene Handlung auf ein Minimum. Erzeugt wird dadurch ein enorm hohes Tempo. Das meist hohe Niveau der Vorgänger wird allerdings nicht erreicht. Neben den üblichen Logiklücken ist es insbesonders der Rückschritt zu einer schlichten Erzählstruktur sowie das offen gehaltene Ende, was enttäuscht. Denn vollendet wirkt die überaus erfolgreiche Reihe, nach dem überzeugenden Schluss des sechsten Teils, nun plötzlich nicht mehr. Sehr knappe...
8 / 10