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Die Tatsache, dass Fassbinder Filme wie am Fließband gemacht hat und dabei größtenteils Hochwertiges rausgekommen ist, ist schon extrem erstaunlich. "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" ist da ein gutes Beispiel.

Die Modeschöpferin Petra von Kant lebt zusammen mit Marlene, deren stille Zuneigung, sie damit beantwortet, sie als Haushälterin zu missbrauchen. Gerade blüht ihre Karriere auf, da sie Karstadt um eine Kollektion bittet. Durch eine Freundinn lernt sie dann allerdings die 23-jährige Karin kennen, die aus Australien angereist ist. Petra verliebt sich sofort in sie und bietet ihr an, bei sich zu wohnen. Nach kurzer Zeit geginnt Karin sie allerdings durch ihr egoistisches Verhaltenn, sie psychisch komplett fertig zu machen. Als sie dann auch noch für mehrere Zeit in die Schweiz reist um ihren Mann zu besuchen, der nun ebenfalls von Australien nachgereist ist, bricht sie komplett zusammen.

Dass die Liebe von Petra zu Karin, nicht von biologischen Gründen kommt, wird spätestens dann klar, wenn sie erzählt, wie  angewidert und enttäuscht sie von ihrem Exmann, und somit für sie von der gesamten Männerwelt war. So glaubt sie nun ihr Glück bei einer Gleichgeschlechtlichen zu finden, was ebenfalls nicht klappt. Zu spät erkennt sie, dass es nicht nicht das Geschlecht ist, dass es ausmacht, ob man in einer Beziehung glücklich ist, sondern der Gegenpart und die eigenen Haltung. Statt der Abhängigkeit von der Männerwelt, von der sie sich emanzipiert hat, erscheint nun eine neue Abhängigkeit, an der sie mehr denn je zerbricht.

Fassbinder beschränkt sich bei seinem Film auf das Wesentliche. Man sieht während des gesamten Films nur die Frauen beim Reden. So wird auch Fassbinders Wille offensichtlich, nämlich die psychische Darstellung seiner Hauptfigur. Auch spielt der gesamte Film in der Wohnung Petras. Dies kann man als Anspielung darauf sehen, dass sie gefangen ist, in ihren eigenen Stereotypen.

Ja, Fassbinder hat hier ein intelligentes und bewegendes Beispiel seiner Filmkunst geliefert, was durch die schauspielerischen Leistungen seiner Protagonistinnen noch richtig abgerundet wird. Absolutes Pflichtprogramm!

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