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Neben dem ZAZ-Gespann fällt einem vor allem ein Name ein, wenn man an Filmparodien der Blödelklasse denkt: Mel Brooks. Allerdings haben seine Filme (zumindest bei mir) den Nachteil bei mehrmaligem Sehen deutlich mehr nachzulassen als die ZAZ-Werke.
In „Spaceballs“ geht es dann um eine Verballhornung der „Star Wars“-Filme, statt dem Imperator gibt es Präsident Scroob (Mel Brooks), statt Darth Vader Lord Helmchen (Rick Moranis), aus Han Solo wird Lone Starr (Bill Pullman), aus Prinzessin Leia Prinzessin Vespa (Daphne Zuniga) und anstelle des Todessterns bedroht eine gigantische Roboputze alle Feinde des Imperiums, indem sie deren Planeten die Luft absaugt usw. Ansonsten hangelt man sich sehr lose am ersten „Krieg der Sterne“ entlang, um mit möglichst vielen Parodien und episodenhaften Gags bei Laune zu halten.
Sowas wie eine Story ist Brooks dabei egal, Hauptsache man zieht kräftig durch den Kakao. An Filmen werden neben „Star Wars“ auch Klassiker wie „Planet der Affen“ oder „Alien“ auf die Schippe genommen, auch „Star Trek“ bekommt am Rande etwas ab (u.a. ein Seitenhieb auf das Beamen). Man muss kein Filmkenner sein um die Parodien zu erkennen, meist werden Schlüsselszenen aufs Korn genommen, da waren Mel Brooks’ Filme meist eindeutiger als die ZAZ-Parodien.

Wirklich wichtiger wird es jedoch meist, wenn sich Brooks mal an etwas beißenderem Humor versucht. Gerade wenn Yoda-Verschnitt Yoghurt schon das Merchandise zu „Spaceballs“ parat hat (wie George Lucas zu „Star Wars“), das „We brake for nobody“-Schild noch mal einen Gag aus Brooks’ Menschheitsgeschichte aufnimmt oder Pizza Hut sein Fett wegkriegt, ist „Spaceballs“ richtig amüsant. Der Rest der Gags ist teilweise sehr infantil, gerade bei Episoden wie jener mit der wahnsinnigen Geschwindigkeit oder Namen wie Sandfurz, jedoch sind auch unter den flachen Gags einige lustige Wortspiele („Durchkämmt die Wüste!“) dabei und erstklassiger Dummfug – Chewbacca-Ersatz Waldi ist ein Möter, also halb Mensch, halb Köter.
So ist „Spaceballs“ auf seine flache, laute Art sicher vergnüglich, vor allem im jüngeren Alter und in größerer Runde gesehen. Doch gerade bei mehrmaligem Ansehen sind viele der simpleren, infantileren Gags nicht mehr so witzig wie beim ersten Anschauen und es stellt sich ein gewisser Abnutzungseffekt ein, den die vergleichbaren ZAZ-Werke nur in wesentlicher schwächerer Form zu verzeichnen hatten.
Schauspielerisch ist hier aber alles mit Hingabe dabei, gerade Bill Pullman und John Candy blödeln als Weltraumduo aus Mensch und Möter exzellent. Daphne Zuniga geht etwas unter, Rick Moranis schlägt sich wacker und auch der Rest macht einen guten Job. Einen Gastauftritt hat dabei John Hurt, natürlich in der Szene mit der „Alien“-Parodie.

Alles in allem ist „Spaceballs“ wirklich eine vergnügliche Parodie auf „Star Wars“ & Co. Teilweise sicher flach und infantil, zumal er bei mehrmaligem Sehen etwas nachlässt, doch dummer, treffsicherer Humor, der Spaß bereitet und kaum Längen hat.

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