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Frisch aus Yoghurts Merchandise-Höhle: Spaceballs - Die Filmkritik!

Mel Brooks macht es sich schon ein wenig einfach: So ist seine 1987'er Filmparodie nach satirischen Seitenhieben auf Stummfilme, Historienschinken und Hitchcockklassiker ein einfacher zu torpedierendes Ziel: "Star Wars", ein Film der sich selber nicht so hundertprozentig ernst nimmt, und nahezu dazu einlädt, Parodien auf jene geleckte Märchenwelt zu schreiben. Angefangen hat das MAD-Magazine, aufhören tut Mel Brooks in seinem gigantischen Parodiefeuerwerk "Spaceballs".

Die Geschichte ist hohler Quatsch wie immer: Dem Planeten Spaceballs, eine scheinbar diktatorisch reglementierte Gruppierung von Uniformierten, geht buchstäblich die Luft aus. Da das Völkchen Spaceballs und insbesondere deren Präsident Skroob (Mel Brooks) eh schon ziemlich böse Typen sind, beschließen sie, die mangelnde Luft einfach vom Nachbarsplaneten Druidia abzusaugen. Um jedoch an den Zugriffscode für Druidias Schutzschild zu kommen, müssen die beiden Knalltüten Lord Helmchen (Rick Moranis) und Colonel Sandfurz (George Wyner) die Prinzessin Druidias, die bald vermählte Vespa (Daphne Zuniga) entführen, um somit dem König des luftreichen Planeten die sensible Zahlenkombination zu erpressen. Der König (Dick Van Patten) engagiert den Weltraumgammler Lone Starr (Bill Pullman) und dessen Möter (man merke: Möter = halb Mensch, halb Köter) Waldi Waldemar (John Candy), um sein geliebtes Töchterchen aus den Klauen der üblen Schurken zu reißen.

Hauptangriffsziel ist ganz eindeutig George Lucas. Seine "Krieg der Sterne"-Trilogie und all die Fabelwesen in ihr, kann man hier mannigfaltig wieder finden. Aus Jabba the Hutt wird der Weltraumprovinzgangster Pizza the Hut; aus dem weisen Grammatiklegastheniker Yoda wird der überdrehte Spielzeugpromoter Yoghurt. Aus der Macht wird der Saft. Doch das allein reicht den hungrigen Mel-Brooks-Fans natürlich nicht. Und somit gibt es reichlich Referenzen an beispielsweise "Planet der Affen", "Star Trek", "Lawrence von Arabien", "Max Headroom", "2001: Odyssee im Weltraum" oder "Die Brücke vom River Kwai". Allein die schrille "Alien"-Parodie, für die John Hurt einen Cameoauftritt meistert, ist ein echtes Highlight des Films.

Die Witze sind meist auf dem üblichen Brooks-Niveau. Hin und wieder lacht man laut schallend, ab und an ist man auch nur überrascht, wie viel geballte, infantile Blödeleien so auf Zelluloid landen können. Brooks lässt es zudem überraschend ruhig angehen. So ist das Design des Films nicht unbedingt das, wie man es aus einer Parodie erwarten würde. Gut die Hälfte der Kostüme und einige der Raumschiffe sehen erschreckend ernsthaft designt aus. Und auch der Dialogwitz ist überraschend wenig offensiv. Bis auf ein Schimpfwort mag man kaum derbe Sprache und Anzüglichkeiten vernehmen.

"Spaceballs" ist sicherlich nicht der beste Film Mel Brooks, aber immer noch ein grundsolides Werk im Genre der Filmparodien. Ein paar Schenkelklopfer sind dabei, die Titelmusik von John Morris ist herrlich, und Ideen wie die "Instant Videothek" sind schier köstlich umgesetzt. Der Saft war weitestgehend mit den Filmemachern.

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