Manchmal fangen unlogische Begebenheiten bereits mit der Besetzung an, denn einer wie Kevin „Hercules“ Sorbo sollte locker in der Lage sein, einen Sarg von innen aufzuwuchten.
Doch auch sonst holt der Streifen, dessen Prämisse natürlich deutlich an „Buried“ angelehnt ist, nicht allzu viel aus seinen Möglichkeiten heraus.
Fremdgängerin Rona und ihr Lover Sean wachen eines Tages in einem verriegelten Sarg auf und werden von einer Kamera gefilmt. 57 Minuten bleiben ihnen maximal, bis Ronas Ehemann Jack das Lösegeld auftreiben kann, der von dem Mann der sich Trick nennt auf einer Odyssee quer durch die Stadt begleitet wird. Doch unverhofft nehmen zwei Polizisten eine Spur auf…
Für Klaustrophobiker dürfte es nach wie vor die Alptraumvorstellung schlechthin sein, in einem Holzsarg unter der Erde zu liegen und keine Möglichkeit auf Hilfe von außen zu erwarten, während die Luft immer dünner wird. Anfangs vermag dieses Szenario durchaus punkten, doch leider wird die Handlung in drei Stränge aufgeteilt, welche sich gegenseitig behaken. Die Situation im Sarg wird recht kurz und unspektakulär abgehandelt, demgegenüber nehmen zwei Cops und ihre privaten Laster zuviel Raum ein, während die Situation zwischen Jack und Trick phasenweise groteske Züge annimmt, etwa, als beide in einer Bar verschwinden, weil Jack auf die Lösegeldabhandlung durch seinen Freund und Banker wartet.
Leider gibt die viel zu schlichte Inszenierung nicht viel her. Die Kamera liefert unauffällige Standardbilder und auch der Schnitt schafft es nicht, die beklemmende Situation im Halbdunkel beim Schein zweier Taschenlampen adäquat zu transportieren.
Der Initiator geht hingegen ein viel zu großes Risiko ein, indem er einige fatale Informationen preisgibt, oft nachlässig reagiert und mit dem unberechenbaren Verhalten Jacks rechnen muss, der selbstverständlich nach Mitteln und Wegen sucht, sein Gegenüber auszutricksen.
So läuft denn alles auf einen Twist mit makaberer Endnote hinaus, was nur zum Teil funktioniert, da der große Knall durchaus erahnbar war und die finalen Szenen arg an den Haaren herbeigezogen sind. Auch das Verhalten der Cops ergibt nicht immer einen Sinn, zumal beide etwas merkwürdige Prioritäten setzen, anstatt ein wenig geradliniger zu ermitteln.
Das Erzähltempo geht zwar in Ordnung und Mimen wie Sorbo oder Bruce Davison performen okay, doch ansonsten kommt zu selten Spannung auf, das Mitfiebern hält sich generell in Grenzen und auch wenn die Geschichte nicht wirklich langweilig vermittelt wird, so wird doch besonders im Mittelteil deutlich, wie sehr eine packende Dramaturgie vermisst wird.
Für Freunde klaustrophobischer Stoffe ein halbgares Unterfangen, für Freunde des Thrillers zu unaufgeregt und wenig überraschend erzählt.
4,5 von 10