Das Zurückholen ins Leben, das Auferstehen von den Toten wird im Horrorgenre meistens mit Zombiegestalten assoziiert, doch bereits Kings „Friedhof der Kuscheltiere“ hat gezeigt, dass es auch noch ein Stadium dazwischen geben kann.
Eine ähnliche Richtung schlägt dieser Streifen aus dem Hause Hammer ein, der ein wenig an Traditionen der alten Produktionen festhält: Ein uriges Dorf, merkwürdige Rituale und seltsame Bewohner beherrschen lange Zeit die Szenerie, bevor die Handlung ihren bis dato stimmungsvollen Pfad verlässt.
Vor etwa einem Jahr verloren Louise und Patrick ihre Tochter Alice, als diese unbedarft einen Hundekäfig öffnete und vom Tier zerfleischt wurde. Umgezogen ins ländliche Idyll Wake Wood, wird das Paar zufällig Zeuge eines blutigen Rituals im Hinterhof eines einsam gelegenen Hauses. Arthur, der das Ritual leitete, schlägt vor, Alice für drei Tage ins Leben zurückzuholen, doch dann geht etwas schief…
Was für ein wunderbar atmosphärischer Streifen hätte entstehen können, denn die spannende Grundidee und die Auswahl der Kulissen als auch der merkwürdigen Dorfbewohner schafft eine latent bedrohlich wirkende Aura rund um das Paar. Während die Ausgangsstellung ein tiefes Trauma vor allem bei Louise auslöst und sogleich Empathie für die beiden aufgebracht wird, mehren sich Zeichen, dass mit den Einwohnern rund um Arthur etwas nicht stimmt und auch die Nachbarin mit ihrer Nichte verhält sich einige Male recht merkwürdig in der Apotheke, welche Louise betreibt.
Bis Alice ins Leben zurückgeholt wird, lebt der Streifen schlicht durch die unterschwellig düstere Stimmung und einigen recht gelungenen Einstellungen der Landschaft, später insbesondere der Windräder.
Doch als der neue Hund der Familie am Morgen übel zugerichtet gefunden wird, ahnt Patrick bereits, dass eventuell seine Tochter für diese Tat verantwortlich sein könnte, woraufhin weitere Opfer zu beklagen sind.
Zu diesem Zeitpunkt verlässt Regisseur David Keating die stimmungsvollen Pfade und führt die Geschichte zu stumpf und brachial weiter, indem einige Male recht hart zugelangt wird, bevor es zum Showdown noch ein wenig dramatisch wird, als es um einen Wettlauf gegen die Zeit geht und am Ende abstruse Züge hinzukommen, die eklatant an den Verlauf von „Friedhof der Kuscheltiere“ erinnern.
Performt wird die Geschichte recht überzeugend und auch Ella Connolly als Alice agiert mit ihren jungen Jahren durchaus glaubhaft.
Leider schwächelt der Score ein wenig, der sich zu sehr im Hintergrund abspielt und keine Punkte landen kann, gleiches gilt die Ausstattung, die im Endeffekt ein wenig karg ausgefallen ist.
Die wenigen Splattereinlagen sehen allesamt solide aus und auch die Maske leistet passable Arbeit.
Schade nur, dass aus der viel versprechenden Prämisse nicht mehr herausgeholt wurde, als ein zu oberflächlich abgehandelter Mystik-Thriller mit einigen Bluteffekten, wobei diverse Rahmenhandlungen mit Patrick als Tierarzt eher unnötig erscheinen.
Insgesamt mangelt es an Überraschungen, es entstehen einige Logiklücken und zwischenzeitlich mangelt es an Abwechslungen, denn wo es an Tiefe mangelt, wird einfach nur stumpf und wortlos reihum gekillt.
Da wäre mehr drin gewesen, doch der verheißungsvolle Einstieg kann beileibe nicht halten, was er verspricht: Sehbar, aber sein Potential verspielt „Wake Wood“ zu leichtfertig.
4 von 10