WAKE WOOD beginnt etwas schleppend als Mystery Thriller um dann aber mit gezielten Horrorelementen und dem Einsatz von expliziten, aber nie selbstzweckhaften Gewalt- und Blutszenen doch noch Fahrt aufzunehmen. Der Film ist m.E. der dritte in einer Neuauflage der berühmten britischen HAMMER Studios die uns schon seit den 30ern Klassiker wie FRANKENSTEIN, DRACULA und den WOLFSMENSCH in einzigartiger Atmosphäre geliefert haben. Mit diesen Meilensteinen kann WAKE WOOD sicherlich von der Story und Budgetierung nicht mithalten, er bietet aber gut ausgefeilte old-school Horrorkost die für Genrefans auf jeden Fall empfehlenswert ist.
Die Story die etwas an FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE oder WICKER MAN erinnert baut einen schönen Spannungsboden in etwa wie folgt (OHNE SPOILER!) auf: Patrick und Louise sind ein junges Ehepaar und verlieren auf tragische Weise ihre Tochter Alice. Sie ziehen in das ländliche Dorf Wake Wood und werden dort Zeuge eines unheimlichen Rituals, daraufhin überschlagen sich die Ereignisse und es beginnt eine spannende übernatürliche Story mit diversen Gewaltexzessen was letztlich auch die FSK 18 Freigabe rechtfertigt. Der Film kann aber in der deutschen Fassung zum Glück UNCUT genossen werden.
Gedreht in schaurigen irischen und swedischen Locations die sehr authentisch die seltsam-übersinnliche Dorfatmosphäre kreieren, erfindet der Film das Genre in keiner Weise neu, kann aber mit guten schauspielerischen Leistung und einem wirklich creepy wirkenden kleinen Kind gute Unterhaltung und ein paar gut gesetzte Schockmomente vorweisen. Die Macher schaffen es die Spannung zum Ende hin hoch zu halten da die Story auf eine Auflösung hinausläuft die auf jeden Fall ein fatales Ende bedeutet.
Das ganze ist nicht ganz ohne Logiklücken und in einigen Phasen schon einigermaßen vorhersehbar und wird ohne wirklich bombastische Höhepunkte oder Twists dargeboten. Auch die erwachsenen Schauspieler, insbesondere Mutter Louise wirken etwas blass und agieren manchmal etwas hart an der Grenze des Erträglichen auf dem Nervenseil des Zuschauers. WAKE WOOD hat aber eine phasenweise wirklich verstörend wirkende Atmosphäre zu bieten und bedient das gern gesehene "Demon-Child"-Genre mit bösem Kinderlein-Effekt auf das feinste.
6/10 Heidenkindern....äh,...Punkten