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Einige moderne Vampirfilme beinhalten noch immer die klassische Rollenverteilung seit Bram Stoker: Es gibt einen Dracula, einen Van Helsing, einen Harker und seine Mina.
In diesem Fall verhält es sich ähnlich, nur dass noch etwas mehr von „From Dusk till Dawn“ abgekupferte wurde.

Freddy (Craig Fairbrass) eröffnet soeben seinen Nachtclub in London, als sein Kumpel Eddie (Dexter Fletcher) Drogengeschäfte mit dem zwielichtigen Rumänen Dante (Billy Murray) anzettelt. Beide ahnen nicht, dass sie sich auf einen Vampir und seinen Clan eingelassen haben, die London in Beschlag nehmen wollen…

Der Einstieg gestaltet sich trotz eines illegalen Boxkampfes ein wenig ungünstig, denn binnen weniger Szenen wird man mit zig Figuren konfrontiert, die zunächst kaum einzuordnen sind.
Als sich der Nebel lichtet, kristallisieren sich Freddy und seine fast schwangere Frau als Heldenpaar heraus, während schon bald ein aufgeregter Typ namens Mason auftaucht, der vor dem unsagbare Bösen warnen will, aber zunächst abblitzt.
Als sich eine Gruppe um Freddy im Club nach den Bösewichtern umsieht, entpuppen die sich als Vampire und fallen über die Anwesenden her und spätestens jetzt erinnert die Szenerie stark an Rodriguez` Vampirklassiker.

Allerdings mangelt es trotz ordentlicher Action an Drive, denn die übermäßigen Rotfilter im Club ersticken jede Goreszene im Keim und auch die Fights, welche zwar einige harte Schläge beinhalten, lassen inszenatorische Raffinesse vermissen.
Immerhin gibt es kaum Leerlauf und die Erzählung verläuft in straffen Bahnen, wobei einige Figuren zuviel im Gemenge mitmischen und die wesentlichen Protagonisten etwas schwach charakterisiert sind.

Trotz bekannter Mimen wie Danny Dyer, Craig Fairbrass oder Dexter Fletcher sind nur mittelmäßige Darstellungen auszumachen, obgleich niemand völlig daneben performt (einige Vampire sind teilweise etwas drüber mit ihren bemüht bösen Blicken).
Auch der Score bleibt hinter seinen Möglichkeiten, das Geschehen adäquat anzutreiben, lediglich zum Finale kommt etwas Schwung in die Bude.

So fliegt einem eine Leiche vor die Windschutzscheibe, ein Fighter muss gegen einen rumänischen Muskelprotz antreten, eine Kellnerin macht ein unmoralisches Angebot und im Keller des Clubs erzählt der Vampirjäger ein paar historische Fakten über die Gegner, was dazu führt, dass einer beim Aufeinandertreffen mit den Vampiren anstatt eines Kreuzes ein Privatfoto zur Abschreckung bereithält, während Weihwasser beim Schlussakt auch eine Rolle spielt.

Obgleich einiger kurzweiliger Passagen und unterhaltsamer Einlagen vermag der Streifen dennoch nicht vollends zu überzeugen, da die Story ohne jegliche Kniffe auszukommen versucht und darüber hinaus zu schlicht gestrickt ist.
Ferner mangelt es an mitreißenden Konfrontationen und Abwechslung in Sachen Schauplatz und Ausstattung, wobei selbst das Make-up etwas zu simpel eingesetzt ist.
Vampirfreunde werden hier nur leidlich bedient, Actionfreunde bekommen immerhin einige Fights geboten, doch alles in allem liefert der Streifen zu wenig Anlass für eine Sichtung.
4,5 von 10

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