Einen waschechten Werwolffilm nehmen Horrorfans natürlich immer gerne mit, zumal es für die älteren Semester ein Wiedersehen mit Tiffany Shepis gibt. Nur ist kein anständiger Werwolf zu erspähen, sondern ein unbeharrtes, nasenloses Monster, von dem man bis zuletzt nicht weiß, ob es nicht auf einer einzigen Einbildung beruht.
Jake stöbert eines Tages im kleinen Laden um die Ecke, als er seinem Idol, der Schauspielerin Gina (Shepis) begegnet, welche er kurz darauf mit Produzenten Lonzo trifft. Für den neuen Horrorstreifen soll Jake zunächst casten, doch dann geht ein Mastertape verloren und Gina offenbart eine geheime Seite...
Der Film im Film ist immer wieder ein beliebter Ansatz, doch Autor und Regisseur Marc Leland versteht es nicht, diverse narrative Ebenen für den Zuschauer auseinander zu halten.
In der Rahmenhandlung verklickert Jake seinem Kumpel, wie er Gina kennen lernte, hinzu kommen Filmausschnitte früherer Werke, jedoch auch Szenen am Set und offenbare Wunschvorstellungen von Jake, die sich im nächsten Moment als Tagtraum herausstellen.
Einen Werwolf sucht man bei alledem lange Zeit vergebens.
Denn zunächst werden die Figuren eingeführt, einige davon sind für den Verlauf jedoch völlig irrelevant und es kommt zu angedeuteten Schweinereien, von denen die wenigsten nicht peinlich anmuten, was auch auf die schwachen Mimen zurückzuführen ist. Denn bis auf Shepis, die immerhin für eine Szene oben ohne zu sehen ist, performen sehr viele Teilnehmer recht ausdruckslos, was auch auf den austauschbaren Score zutrifft.
Lange Zeit wechseln sich surreal anmutende Szenen ab, doch bis auf glühende Klüsen und ein paar alptraumhaft eingerichtete Sets findet keine Action statt und es wird unnötig viel geredet.
Natürlich wird rasch klar, wer hier zum Werwolf mutieren dürfte, doch die Verwandlung mündet in einem Biest, welches eher einem Nacktmull auf zwei Beinen gleicht: Nicht schön, aber immerhin einigermaßen passabel gestaltet.
Dolle blutig wird es auch nicht, obgleich sich die Computereffekte in Grenzen halten. Heckenschere im Bauch, abgetrennte Fingerkuppe, Kehlenschnitt und Enthauptung bieten wenig Kreativität und am Ende wird zwar ein Gemetzel angedeutet, allerdings mutlos ausgearbeitet, was irgendwo zum Rest der unausgegorenen Erzählweise passt, welche allenfalls in Ansätzen Suspense aufkommen lässt.
Die Geschichte verfolgt keinen roten Faden und dient phasenweise lediglich dazu, Zitate und Querverweise ohne Pointe und Kontext einzuarbeiten. Eine Szene kopiert "Ein Zombie hing am Glockenseil", es gibt bekannte Sprüche aus Werken wie "Dracula", "Frankenstein", "Night of the Living Dead" und natürlich kommt auch die obligatorische Kettensäge zum Einsatz.
Was witzig gemeint ist, mutet oft peinlich und planlos an, da das Timing von vorne bis hinten nicht stimmt und nur bei einigen selbstironischen Momenten mit Shepis zaghafte Schmunzler herumkommen.
Zwar gerät das Treiben nicht komplett langweilig, da ein paar skurrile Einfälle und bizarre Verhaltensweisen für minimale Abwechslung sorgen, doch mit monsterlichem Treiben in Richtung Lykantrophie hat das alles wenig zu tun.
Knapp
3 von 10