Review

Mit einem Cover welches an Saw errinert und nach diversen Empfehlungen hatte ich recht grosse Erwartungen an Franck Richards Regiedebüt Die Meute. Als Eröffnungsfilm auf dem Fantasy  Filmfest gezeigt und mit dem Vermerk das der Film von den Machern von Inside sein solle, schob ich den Streifen dann in den Player... knapp 90 Minuten später war die Entäuschung dann jedoch recht gross.

Story:
Die junge Charlotte (Emilie Dequenne) fährt mit ihrem Auto durch eine ländliche Gegend, ohne Ziel will sie solange vor sich hin prausen bis sie alle ihre CDs zu Ende gehört hat. Auf dem Weg wird sie von einer Rockerbande angemacht, so nimmt sie einen etwas heruntergekommenen Anhalter mit um sich auch selbst zu schützen vor den Rockerwüstlingen. Die beiden halten an einer Bar names "Le Spack", als der Fremde auf Toilette geht und nicht wieder auftaucht macht sich Charlotte sorgen und sucht nach ihm, doch er ist nicht aufzufinden. Als sie Nachts als die Bar geschlossen hat, dort einbricht um auf Spurensuche zu gehen wird sie brutal von der Wirtin niedergeschlagen... und wacht in einem Käfig auf. Sie wird gemesstet, gebranntmarkt und unter Drogen gesetzt, doch der wahre Horror steht ihr erst bevor...

Der zum grossteil in Belgien gedrehte Film fängt eigentlich ganz atmosphärisch an, so ist die Fahrt durch die Dorflandschaft recht stimmig und Emilie Dequenne schafft es durch ihre abgefuckte Art recht schnell zumindest bei mir einige Sympathie zu erwecken. Doch danach geht es bereits Bergab mit dem Film.So sind die anderen Charaktere in dem Streifen zu kitschig gehalten, angefangen bei der Rockergang die jegliche veralteten Proletenklischees erfüllen und mit dummen Dialogen nur um sich schmeissen und kaum furchteinflössend sind bis zum ex-Sheriff ( gespielt von Philip Nahon der aus Menschenfeind oder High Tension bekannt sein dürfte) der sich aus langeweile Stifte in Ohren und Nasenlöcher steckt. Die Wirtin des Lokals gespielt von Yolande  Moreau ist da ebenfalls nicht auszunehmen und ist etwas zu stark überzeichnet.

Die Dialogen sind dem entsprechend recht dämlich ( bis auf einen recht sadistischen Witz) und Logikfehler gibts ebenfalls zu Hauf.
Terrorfans welche aus Frankreich so einiges gewohnt sind, dürften ebenfalls entäuscht sein, so ist der Streifen hinter dessen  Cover ein waschechter Vertreter des Tortureporn Genres vermutet werden könnte leider eine Mogelpackung und die geizigte Szene vom Cover geht viellecht 2 Minuten lang.  Nach ca. 40 Minuten schlägt der Film einen ganz anderer Weg ein welcher eher in Richtung The Descent oder Frontiers gehen will. Die " Monster" versprühen jedoch kaum Angst und Schrecken und sind im vergleich zu den Wesen aus vorher genannten Filmen viel zu zahm. Wenigstens ist das Make up ganz gut.

So dümpelt der Film einem Showdown entgegen bei dem es wenigstens etwas Action gibt, welche aber kaum den Rest des Films entschädigt und einem Endtwist der total weit hergeholt scheint und einfach nur ärgerlich ist.

Fazit:
Die Meute ist ein Film der durch sein Cover klar versucht auf der mittlerweile doch sehr stark abgeebten Terrorwelle mitzuschwimmen aber das gerade so mit Schwimmflügelschen schafft. Ein verschenktes Potenzial was klar zeigt dass das französiche Terrorkino ganz klar im Abwärtstrend ist.
Einzig Hauptdarstellerin Emilie Dequenne schafft es durch ihre coole Art dem Film noch ne knappe 4 Punkte Wertung zu halten.
Also lieber wieder High Tension, Frontiers oder Inside schauen.

4 von 10

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