Während die Prämisse für den Erstling der Vampir-Saga zwar viel versprechend klang, jedoch eher durchwachsene Kritiken erntete, geht diese Fortsetzung mit einer sehr direkten, völlig schnörkellosen Grundidee zu Werke: Die Vampire werden zu den Gejagten und die Opfer zu Jägern.
Stella (Kiele Sanchez) verlor beim Vampirterror in Barrow ihren Ehemann und zieht seither durch die Staaten, um Zuhörer ihrer Vorträge von den wahren Ereignissen zu berichten. Eines Abends wird sie von drei Gestalten um Paul in ihrem Hotelzimmer empfangen, um Stella für ein lebensgefährliches Projekt zu begeistern: Die Vampirkönigin Lilith (Mia Kirshner) soll gefunden und vernichtet werden…
So schlicht diese Mission klingt, so überraschungsfrei entwickelt sie sich letztlich auch.
In regelmäßigen Abständen gibt es kleinere Begegnungen mit den Blutsaugern, man erhofft sich Hilfe von einem Halb-Vampir und erkundet düstere, völlig menschenleere Settings vom langen Fabriktunnel bis zum abgelegten Schiff.
Dabei unterstützt die betont sphärisch gehaltene Musik die fast tranceartige Stimmung zwischen Endzeit und annähernd schwebender Fortbewegung, denn von draller Action fehlt lange Zeit jedes Anzeichen.
Als es nach einer halbe Stunde erstmals ein wenig saftiger zur Sache geht, stechen leider die etwas minderwertigen CGI ins Auge, welche primär beim Verfall/Verbrennen der Vampire hervortreten. Anderweitig arbeitet die Maske sorgfältig und auch die Kamera liefert innerhalb der Temposzenen brauchbare Bilder, wenn auch zuweilen ein wenig hektisch geschnitten.
Für Splatterfreunde teilt man ab und an deftiges Futter in Form vom zertrümmerten Schädel, einigen Kopfschüssen, Enthauptungen und Bissen im Hals aus und auch die Optik der Vampire geht in Ordnung mit durchweg spitzen Zähnen, bleicher bis fast weißer Haut, großen, schwarzen Pupillen und den markerschütternd hohen Schreien.
Dennoch verläuft die Handlung kaum spannend und erst ganz zum Ende wird es kurzzeitig dramatisch, während im Vorfeld bereits alle Klischees abgegrast und sämtliche Eckpunkte der Geschichte ohne eine Spur von Humor durchgekaut werden.
Die Annäherung des Heldenpaares erfolgt ebenso unumgänglich, wie die Mutation eines FBI-Agenten, dazwischen regelmäßige Verluste auf beiden Seiten, ganz kurze Dramenanteile, welche den Figuren kaum Tiefe verleihen und am Ende natürlich die Begegnung zwischen Gut und Böse auf engem Raum.
Immerhin folgt dem passablen Showdown noch eine Art Abschlussgag, doch retten kann dieser die beliebig erscheinende Geschichte nicht mehr.
Zu bekannt sind die Muster, welche die dünne Story aufgreift und zu altbacken gibt sich die Entwicklung der ohnehin kaum interessanten Nebenhandlungsstränge.
Darstellerisch können zwar Kiele Sanchez als wortkarge Heldin und Mia Kirshner als überaus sinnliche Vampirkönigin punkten, doch demgegenüber liefern alle restlichen Mimen eine recht überschaubare Leistung ab.
„Dark Days“ ist alles andere als eine lohnende Fortsetzung, sondern eher ein Vampirfilm für massive Fans, die sämtliche Beiträge des Subgenres mitnehmen.
Zwar einigermaßen düster, aber zu keiner Zeit beklemmend, noch spannend und erst recht nicht überraschend.
Eher müde und die meiste Zeit so, als würden sich die Macher auf Watte bewegen, nur um während der Actionszenen Kontraste zu setzen, um danach wieder in Halbschlaf zu verfallen…
Knapp
4 von 10