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"Sie wollten und wollen Rache. Und der einzige Weg sie zu bekommen, ist mit Gewalt."

Fast ein Jahr ist vergangen, seit Vampire die Ortschaft Barrow, in Alaska, stark dezimiert haben. Stella (Kiele Sanchez), die um ihren getöteten Mann trauert, versucht erfolglos die Öffentlichkeit vom Wahrheitsgehalt ihrer unglaublichen Geschichte zu überzeugen. Als die Vampirjäger Paul (Rhys Coiro), Todd (Harold Perrineau) und Amber (Diora Baird) plötzlich in ihrem Motelzimmer auftauchen und von ihrem Plan, die sich in Los Angeles befindende Vampirfürstin Lilith (Mia Kirshner) aufzuspüren und zu töten erzählen, schließt sie sich der kleinen Gruppe an. Informationen erhalten sie von dem abtrünnigen Vampir Dane (Ben Cotton). Schnell wird klar, dass Lilith einen ähnlichen Beutezug wie in Alaska plant und bereits ein Schiff mit den nötigen Ressourcen vorbereitet.

David Slades Verfilmung des Graphic Novel "30 Days of Night" gehört durch sein unverbrauchtes Setting, einem sich stets steigendem Gewaltanteil und der bedrückenden Atmosphäre zu den besseren Vampirfilmen der letzten Jahre. Nun folgt dem vorwiegend gut kritisierten Erstling die Fortsetzung "30 Days of Night: Dark Days", die die Handlung direkt weiterführt. Jedoch ohne die damaligen Darsteller, einer Verlagerung des Handlungsortes in die Großstadt und einer Direct-to-DVD Produktion, die bereits Mäßiges erwarten lässt.

Tatsächlich nimmt der Wechsel des Settings viel von der düsteren Atmosphäre des Vorgängers, obwohl optisch viel mit abgedunkelten Räumlichkeiten gearbeitet wird. Der Großstadt-Moloch ist einfach schon zu häufig in Vampirfilmen verwendet worden und wirkt nunmehr abgedroschen und veraltet. Dies wäre nicht weiter schlimm, wenn sich "30 Days of Night: Dark Days" mit einer konsequenten Handlung profilieren würde. Davon kann allerdings kaum die Rede sein.

Die Geschichte der Fortsetzung ist absolut uninspiriert sowie klischeebehaftet. Die Elemente könnten kaum dreister aus der "Blade“-Reihe und "John Carpenter’s Vampire“ geklaut sein. Die Jagd auf Vampire und die obligatorische Dezimierung der Guten entwickelt keinerlei Höhepunkte, die sich von vergleichbaren Filmen abheben. Auf Dauer langweilt der Film eher, trotz manch immenser Tötungsszene durch zertrümmerten Kopf.
Schuld daran haben insbesondere die eindimensional geratenen Charaktere und unlogische Handlungsentwicklungen. So nehmen sich die Figuren selbst in den ruhigeren Phasen nicht die Zeit ihre blutverkrustete Kleidung zu wechseln. Nein, stattdessen fröhnen sie lieber der Zweisamkeit, die in einer pornographisch inszenierten Sexszene ihren definitiven Höhepunkt findet, ohne viel nackte Haut zu zeigen.

Eigentlich schade drum, denn die gelungene Eröffnungssequenz beweist, dass eine durchaus atmosphärische Spannung hätte aufgebaut werden. Gerade durch die elektronischen Klänge, die gut zur kalten, und merkwürdig menschenleeren, Großstadt passen.

Kein Wunder sind die nur schwachen darstellerischen Leistungen von Kiele Sanchez, Diora Baird ("Texas Chainsaw Massacre: The Beginning") und Rhys Coiro ("24"). Eher verwunderlich dagegen ist Harold Perrineau ("Lost"), der schon etwas mehr Erfahrung in seiner Laufbahn hatte sammeln können, hier aber nichts davon zeigt. Am besten kommt noch Mia Kirshner ("24") als Vampir-Königin davon, die mit blassem Gesicht und starrer Mimik zumindest ein wenig unheilvolle Atmosphäre verbreitet.

Gewaltreich und blutig, darüber aber spannungslos und unspektakulär kopiert "30 Days of Night: Dark Days" aus dem vampirischen Milieu ohne eigene Akzente zu setzen. Durch die Verlagerung des Settings in die Großstadt geht die Ausweglosigkeit und damit ein beträchtlicher Teil der Atmosphäre des Vorgängers verloren. Die ideenlose Handlung sowie klischeebehaftete Charaktere und deren größtenteils mäßig visualisierte Darstellung beweisen schließlich endgültig, dass die meisten Fortsetzungen in Form einer Direct-to-DVD Produktion besser zu meiden sind. Knappe...

3 / 10

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