Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Blödsinn „The Asylum“ auf den Markt schmettern, im vorliegenden Fall gar in so geballter Form, dass es eigentlich für zwei weitere dumme Filme reichen würde.
Da wird der klassische Katastrophenfilm beinahe zur Karikatur umfunktioniert und um ein paar hanebüchene Handlungsstränge aufgebläht, wobei der unfähigste US-Präsident aller Zeiten noch längst nicht die Spitze des Eisbergs darstellt.
Es ist der erste Flug der technisch überragend ausgestatteten Starquest. Der erfahrene Pilot Joseph Franklin ahnt beim Take-off noch nicht, dass zeitgleich ein paar Neo-Nazis seine Familie entführt haben, während sich an Bord eine Handvoll Terroristen befindet, die sich mit einigen Forderungen an die US-Präsidentin Franklin (jawohl, die jüngere Schwester des Piloten…)wenden. Und dann gibt es da noch die hübsche Spezialagentin an Bord, die einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort verweilt….
Da hat man wahrlich alles zwischen „Stirb langsam 2“ und „Airport“ unter einen Hut bringen wollen, das Ergebnis fühlt sich jedoch phasenweise wie „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ an.
Das fängt schon bei den Klischee-Gangstern an, von denen sich einer noch während der Pressekonferenz vorm Jungfernflug ganz unauffällig im Hintergrund hält, denn entsprechende Tattoos, Militärkleidung und ein feister Blick fallen zwischen den ganzen Anzugmenschen gewiss nicht ins Auge.
Auch die Entführer der Pilotenfamilie setzen sich aus einem Haufen degenerierter Handlanger zusammen, während die Finsterlinge an Bord ihre Kompromisslosigkeit mit dem wahrlosen Niederballern von Unbeteiligten untermauern (was grundsätzlich im Off geschieht).
So cool wie unsere Agentin Gina vom Secret Service ist aber weiter Flur niemand.
Die Lady sieht nicht nur blendend aus, sie hat auch ein Gespür für anstehende Flugzeugentführungen, da sie sich binnen weniger Sekunden in den Frachtraum zurückzieht und eine Konferenzschaltung zur Präsidentin und ihrem Stab herstellt.
Natürlich beherrscht sie sämtliche Nahkampftechniken und durchschaut die Beweggründe der Entführer als erste, - auf die könnte ein John McClane glatt neidisch werden.
Zugegeben: Die Grundidee der Konstellation ist tauglich, denn der Pilot muss sich zwischen dem Wohl seiner entführten Familie und dem der Passagiere entscheiden, auf etwas höherer Ebene gilt dies für die Präsidentin, die sich allerdings etwas blöde anstellt und erst einmal unerprobte Mittel in Gang setzt, bevor sie zu nahe liegenden Methoden greift.
Die Ziele der Gangster wurden wiederum den Vorlagen der ersten „Die Hard“ - Teile entnommen, einschließlich aller internen Intrigen.
Ernst nehmen kann man allerdings weder die Guten noch die Bösen, denn wirklich jeder gibt sich gnadenlos dem Overacting hin.
Am herrlichsten stellt sich dabei der Co-Pilot an, der die meiste Zeit über seine Steuerung umklammert und dabei verbissen dreinschaut, als würde er mit Verstopfung auf dem Kump hocken.
Immerhin ist das Tempo konstant hoch. Aufgrund der parallel geschalteten Handlungsebenen zwischen entführter Familie, Flugzeugbetrieb, ermittelndem FBI, debattierendem Präsidentenstab und Einzelkämpferin Gina werden sogar Actionszenen in Form gestreifter und abbröckelnder Bauwerke eingebracht, die in irgendwelchen Großstädten nahe Washington etwas Panik auslösen. Doch man ist erstaunt, wie viel so ein modern konstruiertes Flugzeug aushält, während einige Explosionen und ausgefallene Geräte augenscheinlich kaum beeinträchtigen.
Man besitzt sogar eine Raketenabwehr und die Möglichkeit zur Fernsteuerung per Satellit, nur die Bequemlichkeit der Passagiere leidet die meiste Zeit über ein wenig.
Der minimale Anspruch an etwas Logik seitens des Durchschnittszuschauers jedoch auch.
Denn nur eingefleischte Trash-Fans dürften bei diesem verkorksten Film auf ihre Kosten kommen, bei dem selbst die Dramaturgie im letzten Drittel arg ins Straucheln gerät und phasenweise einige Handlungsstränge vergisst, um sie zum Finale völlig unspektakulär zu Ende zu bringen.
Komplett hanebüchenes Zeug sollte also durchweg willkommen sein, denn ob es sich um die unterirdischen CGI, die nicht viel besseren Darstellerleistungen oder die zahlreich vorhandenen Logikfehler oder physikalische/aerodynamische Kuriositäten handelt, - „Airline Disaster“ kann nur Kurzweil bereiten, wenn man die Sache von A bis Z nicht ernst nimmt und sich, entsprechende Laune vorausgesetzt, darüber lustig macht.
5 von 10