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England, 988: Salatin, der böse „Lord of Magick“, hat Prinzessin Luna entführt, um mit ihrer Hilfe die Macht über das Königreich zu erlangen. Ihr Vater rekrutiert darauf hin die Brüder Michael und Ulric Redglen, zwei Schüler des Zauber-Meisters Merlin, damit diese sich aufmachen und die Prinzessin aus den Klauen Salatins befreien. Dazu müssen sie allerdings tausend Jahre in die Zukunft und nach L.A. reisen, denn genau dorthin hat der Oberwatz Luna verschleppt. Mit Hilfe des Nerds Tommy, dem man zufällig über den Weg läuft, schlagen die beiden sich auf der Suche nach Salatin durch die moderne Großstadt, in der neben Straßenbanden und schroffen Bibliothekarinnen noch so manch andere Gefahren und Versuchungen auf sie lauern… „The Lords of Magick“ ist ein völlig unterbelichteter Fantasy-Hobel, der von Anfang an mit seinen minderbemittelten Production Values, die das Ganze wie ein läppisches Home Movie wirken lassen, mächtig abnervt. David Marsh hat seinen Streifen nämlich nur ganz, ganz billig auf Video gedreht und die Pappmaché- und Sperrholz-Kulissen zudem eher unvorteilhaft ausleuchten lassen, was dafür sorgt, dass die Optik an eine alte BBC-Fernseh-Produktion erinnert und sogar noch frühe Direct-to-Video-Gülle wie „Blood Cult“ und „The Ripper – Die Legende lebt weiter“ bei weitem unterbietet. Die Kameraführung deckt von banal-statischer Point-and-Shoot-Routine über verwackelte Hand-Aufnahmen bis hin zu Franco-esken Zooms (teilweise unscharf) nämlich so gut wie alles ab. Im Bestreben, ein astreines Low Budget-Effektspektakel auf die Beine zu stellen, sind den Machern zudem augenscheinlich die Pferde durchgegangen, weswegen sie ihren „The Lords of Magick“ mit grottenüblen digitalen F/X versetzt haben, die einem wirklich alle Zähne ziehen. Da zuckeln die schlecht einkopierten Pixel-Blitze und bunten Sternchen über den Bildschirm was das Schnitt-Programm hergibt, und ein paar lachhafte Überblendungen Marke „Hochzeitsvideo für Arme“ sind auch noch drin. So wird das nichts mit dem angestrebten Kino-Feeling. Das zu Beginn noch so heftig bemühte historische Ambiente wirkt trotz der peppigen Kostüme völlig unglaubwürdig und Regisseur Marsh musste sich wohl selbst eingestehen, dass er diese Nummer keinesfalls über die volle Laufzeit würde durchziehen können, weswegen er seinen Streifen schon nach wenigen Minuten zu einer dieser leidigen Zeitreise-Klamotten à la „Trancers“ verkommen lässt und dadurch die Legitimation erhält, ganz unaufwendig in irgendwelchen Hinterhöfen in L.A. zu filmen. Die scheußlichen Kultur-Schock-Gags, die man von solchen Stoffen schon zur genüge kennt, bekommt man ab da natürlich wieder im Dutzend aufs Auge gedrückt. Witziger wird „The Lords of Magick“ dadurch allerdings auch nicht unbedingt. Marsh schafft es auch zu keiner Zeit, mit seiner Inszenierung so was wie Tempo oder Drive in die Angelegenheit zu bringen, und wenn es dann tatsächlich mal ein bisschen Action gibt, dann handelt es sich dabei zumeist um jämmerliche Prügeleien zwischen den beiden Zauberern und irgendwelchen Parade-Punks aus dem Versandhaus. Die affektierten Darsteller drehen ungeniert auf und tragen ihre gestelzten Dialoge mit einer Grandesse vor, dass die Heide wackelt, und dazu dudelt unablässig ein bombastischer Score, der krampfhaft den Eindruck vermitteln will, es hier mit einem ganz großen Epos zu tun zu haben… blöd nur, dass die Bilder da eine ganz andere Sprache sprechen. Apropos Sprache, die platte deutsche Synchronisation mit ihren teilweise unerträglichen Sprüchen („Ich zerbeul’ dir dein Rüschenhemd!“) macht die Sache sicherlich nicht besser, wo ist Rainer Brandt, wenn man ihn mal braucht?

2/10

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