Welcher Star-Wars-Fan hat nicht schon mal davon geträumt, eine Wüsten-Rundreise aus dem Inneren eines vierbeinigen Allterrain-Angriffstransporters zu erleben? Die Band-Sippe bestehend aus Charles (Story, Produktion) und dessen Vater Albert (Regie) ließ diese Träume anlässlich der losen Fortsetzung zum futuristischen Robo-Klopper „Robot Jox“ wahr werden; zumindest im Kleinen.
Ironischerweise hat der größenwahnsinnig als „Robot Wars“ betitelte Nachklapp zwar noch weniger Mecha-Prügel zu bieten als sein ebenfalls eher actionarmer Vorgänger. Immerhin wird aber von George Lucas’ ikonischer Weltraumsaga reichlich Atmosphäre abgepumpt, nur eben in der typischen Full-Moon-Ausstattung für den kleinen Mann mit Ebbe im Geldbeutel. Wenn man sich eine Reise nach Tatooine nicht leisten kann, geht es eben in die irdische Ödnis des Jahres 2041; wenn man die Türsteher der coolsten Clubs nicht mit einer Handbewegung gefügig machen kann, säuft man halt in einer abgemeldeten Wüstenbar. Ist das Holo-Schachbrett gerade nicht griffbereit, tut’s auch der Mini-Boxring (eine schöne Umkehrung übrigens zum Ursprungskonzept, bei dem zwei Nationen von gigantischen Robotern repräsentiert werden). Sind die Tickets für den AT-AT nicht erschwinglich, macht man es sich einfach auf dem Rücken eines Stop-Motion-Metallskorpions gemütlich. Und wer braucht schon Han Solo, wenn es für ein kleines Handgeld Don Michael Paul gibt?
Mangels Budget für Non-Stop-Effekte spielen die nonchalanten Gesten des Hauptdarstellers jedenfalls eine große Rolle. Wo die Robo-Kämpfe, wegen derer man sich einen Film mit derart klangvollem Titel überhaupt ansieht, auf Sekunden abgezählt sparsam über die ohnehin nicht sehr üppige Laufzeit verstreut sind, darf Paul ohne Unterbrechung flirten, maulen und den großen Mann markieren. Anders als sein Vorgänger Gary Graham ist er eben nicht mehr Teil des Systems und darf gewissermaßen tun und lassen, was ihm gerade in den Kram passt. Band & Sohn inszenieren hier eine Art Post-Postapokalypse: Resultierend aus den Geschehnissen der Apokalypse aus „Robot Jox“ hat sich die Welt noch einmal tüchtig weitergedreht. Übrig gelassen hat sie dabei kaum mehr als ein paar Haufen Schrott und ungezügelte Anarchie.
Das bedeutet zwar, dass die Fortsetzung auf eigenen Beinen zu stehen gedenkt, anstatt einfach die Kalter-Kriegs-Formel zu wiederholen – was natürlich auch damit zu tun hat, dass die Verbindung zwischen den Teilen grundsätzlich eher nachträglich konstruiert wurde. Von den militärisch-politischen Zügen weiß man sich jedenfalls fast vollständig zu lösen; das einzige Relikt einer solchen Denkweise ist der von Danny Kamekona mit wenig Hintergrund, aber einer großen Portion Gottkomplex ausgestattete Villain, der sich als verlorene Gestalt verzweifelt an die letzten Relikte klammert, die an die große Ära der Robot Jockeys erinnern. Leichte Beute im Grunde für einen vogelfreien Draufgänger wie Don Michael Paul.
Blöd gelaufen jedoch: Weil die Urahnen der Transformers inzwischen fast alle im demontierten Zustand nur noch den Metallhaufen im Sandmeer geben, bleibt der Zuschauer in Sachen Action über weite Strecken auf dem Trockenen. Erwähnenswert ist im Grunde bloß die finale Konfrontation, bei der sich über die eine oder andere Minute wenigstens mal Ansätze strategischer Kriegsführung ergeben, wohingegen vorherige Sekundenschnipsel von sich bewegenden Mecha-Beinen und gelegentlichem Laserstrahlen-Austausch nicht gerade Spektakel aufkommen lassen. Wer sich großspurig den Krieg auf die Fahnen schreibt, sollte eigentlich mehr zu bieten haben als einen verrosteten Optimus Prime, der im Duell mit einem frechen Metallkrabbler ziemliche Mühe hat, das „Prime“ nicht zum „Shame“ geraten zu lassen.
Wenn man die Eigenständigkeit des Story-Konzepts gegenüber „RobotJox“ halbwegs zu respektieren weiß, mit einem Mangel an teuren Effekt-Shots leben kann und von Pauls burschenhaftem Auftreten gegenüber Vorgesetzten, Gegnern und seiner Angebeteten (Barbara Crampton als sich zierende Love Interest für das erotische Knistern, wenn die Stromleitungen mal versagen) nicht genervt ist, kann „Robot Wars“ schon irgendwie Spaß bereiten. Man muss aber schon sagen, es ist eine unter dem Strich ziemliche Mogelpackung.