Review

Das Animestudio Ghibli konnte sich nicht nur innerhalb Japans als Garant für qualitativ hochwertige Filme etablieren. Denn auch hierzulande hat sich mit der Zeit eine große Fangemeinde gebildet, welche den Ideenreichtum und die Detailverliebtheit der bisherigen Werke zu schätzen wissen. Vor allem die Filme von Studio Ghibli Mitbegründer Hayao Miyazaki, konnten weltweite Aufmerksamkeit erlangen. Mit Chihiros Reise ins Zauberland gelang es dem Multitalent im Jahre 2003 einen Oscar für den besten Animationsfilm zu gewinnen.
Arrietty – Die wundersame Welt der Borger, so lautet nun der neue Titel, den es seit dem 02. Juni diesen Jahres in ausgewählten Kinos zu bestaunen gibt. Wer also letztlich keine Kosten und Mühen scheut, darf in den Genuss dieses Kleinods kommen.
Hierbei zeichnete sich der Altmeister jedoch nur für das Drehbuch verantwortlich. Denn auf dem Regiestuhl nahm diesmal Hiromasa Yonebayashi, ein langjähriger Schüler Miyazakis, platz. Doch wer nun glaubt, dass dieser Umstand für die Qualität des Werkes abträglich sein könnte, der irrt.
Denn nun die gute Nachricht vorweg: Nicht nur eingeschworene Anime Fans kommen voll auf ihre Kosten. Auch dieses Mal gelingt es, ein breit gefächertes Publikum zu verzaubern.
Zugegeben, im Vergleich zu anderen Ghibli Werken fällt hier die Geschichte etwas einfacher und überschaubarer aus. Nichtsdestotrotz verdankt es der Film seinen schön ausgearbeiteten Charakteren, dass er als ein rundum gelungenes Werk für die ganze Familie bezeichnet werden darf.
Die Geschichte um den herzkranken Jungen Shô, der bei seine Großtante aufs Land zieht und dort auf das filigrane Borgermädchen Arrietty trifft, setzt sich weitestgehend aus Versatzstücken der Literaturvorlage von 1952 zusammen. Dennoch schafft man es, wie man es eben von einem Studio Ghibli Film gewohnt ist, diese Basisgeschichte in ein eigenständiges und stilvoll bebildertes Werk zu verpacken. Die Landschaftsdarstellungen sind betörend schön und bestechen durch eine Reihe von liebevollen Details. Wieder einmal wird deutlich, dass der handgezeichnete Anime dem computeranimierten Pendant durch die charmanten Zeichnungen oftmals eine Nasenlänge vorraus ist. Die Charakterzüge wurden äußert lebendig und liebevoll auf die Leinwand gezaubert, sodass man problemlos mit den gezeichneten Helden mitfühlen und mitfierbern kann.   
Auch die Musikuntermalung wurde passend ausgewählt und fügt sich nahtlos in das stimmige Gesamtbild ein. Für die bezaubernden Klänge zeichnet sich die französische Folksängerin und Harfenistin Cécile Corbel verantwortlich, die hier wahrlich ein echtes Glanzstück abgeliefert hat. Sowohl die instrumentalen als auch die gesungenen Lieder, gehen direkt ins Ohr und bleiben dort selbst nach dem Kinobesuch für eine ganze Weile stecken. Vorallem der gelungene Haupttitel weiß durch seinen melodischen Klang zu begeistern. Übrigens gilt dies sowohl für die internationale, als auch für die deutsche Adaption. Denn die multilingual begabte Künstlerin, war bei sämtlichen Sprachfassungen für den Gesang verantwortlich.
Was Arrietty jedoch eigentlich ausmacht, ist die Perspektive der winzigen Protagonistin. Zunächst bekommt der Zuschauer einen Einblick in die fantasievoll gestaltete, kleine Behausung der Borger, die sich gut geschützt zwischen den Balken und Brettern des alten Landhauses befindet. Gekonnt schafft es Yonebayashi auch die kleinsten Details bei der Inneneinrichtung der Borgerfamilie auf die Leinwand zu bringen. Als Zuschauer wird man direkt in den Mikrokosmos der daumengroßen Familie entführt.
Man verfolgt die Borger, wie sie sich in der Nacht still und heimlich aus ihrem Unterschlupf hervorwagen, um unbemerkt Lebensmittel aus der Menschenwelt zu borgen. Dabei gestaltet sich der Zugang zu eben dieser als äußert schwierig und abenteuerlich zugleich. So werden zum Beispiel aus einfachen Nägeln welche in den Holzbrettern stecken, ungesicherte Klettersteige die es zu überwinden gilt. In der Küche der eigentlichen Hauseigentümer angelangt, erscheinen dann alltägliche Gebrauchsgegenstände wie riesige Apparaturen. So wirkt ein Kühlschrank für die Winzlinge wie ein monströses und bedrohliches Ungeheuer. Aus den Wasserhähnen tropfen lautstark kolossale Wassertropfen. Der Zeiger einer Uhr schlägt gellend im Sekundentakt.
Es ist eben dieser faszinierende Blickwinkel, der es weiß den Zuschauer stets zu begeistern. 
Als weiterer positiver Aspekt ist die Charakterentwicklung zu nennen, die im Verlauf der Geschichte durchaus nachvollziehbar ausgefallen ist. Sicherlich darf man hier nicht ganz so komplex ausgefeilte Charaktere wie in den meisten Ghibli-Filmen erwarten. Dennoch schließt man die sympathischen Figuren schnell ins Herz, da jeder Akteur liebevoll ausgearbeitet wurde.

Unterm Strich erwartet den Zuschauer mit Arrietty eine faszinierende Welt, welche mit wunderschönen Bildern aufwarten kann. Man muss den Machern abermals ein ganz großes Lob aussprechen. Jung und Alt werden sich mühelos von der magischen Erzählung in ihren Bann ziehen lassen.
Letztlich konnte sich Hayao Miyazaki durch die eigene Interpretation des Buchklassikers von Mary Norton seinen persönlichen Lebenstraum erfüllen.
<!--[if gte mso 9]>









Normal




0














21














false




false




false









DE




X-NONE




X-NONE





































































MicrosoftInternetExplorer4





































































<![endif]--><!--[if gte mso 9]>



























































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































































<![endif]--><!--[if gte mso 10]>









/* Style Definitions */




table.MsoNormalTable




{mso-style-name:"Normale Tabelle";




mso-tstyle-rowband-size:0;




mso-tstyle-colband-size:0;




mso-style-noshow:yes;




mso-style-priority:99;




mso-style-qformat:yes;




mso-style-parent:"";




mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt;




mso-para-margin:0cm;




mso-para-margin-bottom:.0001pt;




mso-pagination:widow-orphan;




font-size:11.0pt;




font-family:"Calibri","sans-serif";




mso-ascii-font-family:Calibri;




mso-ascii-theme-font:minor-latin;




mso-fareast-font-family:"Times New Roman";




mso-fareast-theme-font:minor-fareast;




mso-hansi-font-family:Calibri;




mso-hansi-theme-font:minor-latin;




mso-bidi-font-family:"Times New Roman";




mso-bidi-theme-font:minor-bidi;}









<![endif]-->

Details
Ähnliche Filme