Vor über zwanzig Jahren sah ich Terrence Malicks "In der Glut des Südens" zum ersten Mal und war schwer beeindruckt. Wunderschöne Aufnahmen, Bilder voller Mystik und Symbolik, eine (im Grunde) recht simple Geschichte, die zu großen Teilen von einer der Hauptpersonen rückwirkend aus dem "Off" erzählt wird.
Den Regisseur Terrence Malick merkte ich mir.
Erst zwanzig Jahre später erschien "Der schmale Grad". Meiner Ansicht nach sein bisher bester Film. Wieder verstrichen lange sieben Jahre bis "The New World" das Licht der Leinwand erblickte. Visuell abermals sehr faszinierend, inhaltlich sehr stimmig und harmonisch.Voller Erwartung - und diesmal bereits nach "nur" fünf Jahren - erschien "The Tree of Life". Und enttäuschte mich schwer!
Malick-typisch ist die Optik wahrhaft berauschend. Bilder sagen mehr als Worte.Leider jedoch hat er sich diesmal bei der erzählenden Geschichte arg verhoben. Schon immer waren die großen Werte des Lebens sein Thema: Liebe, Wahrhaftigkeit, Gnade, Verständnis…
Mit Beginn der Erdzeitalter enden wir bei einer Texanischen Familie in den 50er Jahren und erleben das Heranwachsen und Aufbegehren eines Jungen und seiner beiden Brüdern gegen seinen ehrgeizigen und stoischen Vater. Auf der andern Seite die Liebe und Zuwendung, die er durch seine zarte Mutter empfängt.Anstatt sich auf eine Linie zu konzentrieren, spannt Malick den Bogen zu weit. Nach kosmischen Explosionen und Entstehungsgeschichte, lässt er einen (digital animierten) Saurier Gnade empfinden, was unsagbar albern und dümmlich wirkt um sich dann schlussendlich - den größten Teil des Films - dem Alltag einer Durchschnittsfamilie zu widmen.
Als nach über zwei Stunden der Abspann lief, hinterließ mich Malick mit einem unrunden Werk, dass selbstverständlich seine herausragenden Szenen hatte, aber als Gesamtes starke Schwächen offenbarte.