Der umstrittenste Teil der Literatur ist Lyrik. Bis heute sind sich die Gelehrten nicht einig, ob alles Lyrische auch wirklich Kunst ist, oder ob uns damit manchmal nicht jemand nur verarschen möchte.In dieser Hinsicht schwer verdächtig ist z.B. die musikalische Bruchlandung 'Lulu', bei der Nuschel-Opa Lou Reed einen von Metallica verlegten Klangteppich zertrampeln durfte.
Heute schob ich Terrence Malick in diese Ecke und aus der lasse ich ihn auch nicht mehr heraus.
Mit nur sechs Spielfilmen in 70 Jahren Lebenszeit erlangte der allseits gelobte und stets mit Preisen überschüttete, scheue Regisseur den Ruf von Unfehlbarkeit, ja, gar eines visionären Übermeisters. Und wer Terrence Malick kritisiert, wird völlig zu Recht mit Hohn und Spott überschüttet, weil er zu doof ist, dessen göttliche Bildersprache zu begreifen. Von wegen.'The Tree of Life' erzählt die Geschichte eines Jungen, dessen Kindheit und Jugend von zwei höchst unterschiedlichen Weltanschauungen geprägt werden. Verantwortlich dafür sind - tata - Mama und Papa. Besonders Daddy (Brad Pitt) bereitet dem Nachwuchs mit seinen konservativen Ansichten und unkontrollierten Gefühlsausbrüchen arge Probleme.
Außerdem geht's um den Sinn des Lebens, Familie, die Liebe, den Tod, Gott, die Natur und das Universum. Komprimiert in einen 133-minütigen Bilderrausch, bei dem die Kamera überwiegend durch amerikanische Vorgärten schwebt.Malicks nächster Film 'To the Limit' sieht übrigens ganz genauso aus. Ohne mich!
P.S.: Sean Penn soll zugegeben haben, beim Dreh teilweise nicht immer gewusst zu haben, welche Funktion er bei diesem Film hätte und dass Malick ihm das auch nicht genau erklären konnte.