Werde diesmal versuchen etwas differenzierter mit dem Vorgängerwerk von „It’s a good day to die“ der „Transcendental Pictures“ umzugehen.
Am Anfang hätte man sich einen Appetizer gewünscht, der Interesse für die Story weckt. Vielleicht irgendein Wiederkehrer der einen harmlosen Spaziergänger anknabbert. So eine Szene kommt zwar irgendwann in dem Film vor (Mopedfahrer), aber so zusammenhangslos, dass niemand etwas damit anfangen kann. Also ergehen die Kids sich zu Beginn in der Planung ihrer Ferienreise.
Was sofort dabei unangenehm auffällt sind die gestelzten Dialoge. Sätze wie „Das Zimmer besticht vor allem durch seine Geräumigkeit“ oder „Gerade diese Verlassenheit ist es, die mir Sorge macht“ sprudeln nicht gerade vor Esprit. Insgesamt wirkt der Umgang der Darsteller miteinander verkrampft und altersgemäß untypisch. Da gehen die Mitbewohner eines Seniorenstiftes lässiger miteinander um. Eigentlich unverständlich, wenn man sich das „Making of“ anschaut. Da herrscht nämlich eine gute, lockere und lustige Stimmung. Also genau das krasse Gegenteil. Davon hätte der Film eine gehörige Portion vertragen können.
Der einzige, der recht selbstbewusst agiert ist Hendrik (Micha), wobei die eingestreuten „Love-Story-Szenen“ mit Jana nur ein müdes Schmunzeln erzeugen. Auch das ist ein Schwachpunkt, dass viele Szenen wie Puzzle-Stücke wirken, die einfach nicht zusammenpassen. Habe ich was verpasst oder wieso wird Tim auf einmal zum Zombie?
Dazu kommen Dialoge, die manchmal gar nicht zu verstehen und wenn doch ziemlich einschläfernd sind.
Weniger Waldspaziergänge und Dialoge, mehr Splatterszenen hätten dem Film vielleicht etwas Tempo verpasst. So schleppt sich alles ziemlich mühsam dahin.
Was wirklich gut funktioniert ist der Einsatz der Keyboard-Musik von Lars Kelich. Sie ist unaufdringlich, den Szenen angepasst und eigentlich das einzige, was einen Hauch von Spannung vermittelt.
Ein deutlichen Unterschied gibt es zwischen den Tag- und den Nachtszenen. Während es am Tag nicht gelingt Atmosphäre aufzubauen, funktioniert das bei Nacht schon etwas besser. Besonders am Ende merkt man, dass das Spiel mit Licht und Schatten genretypische Stimmung erzeugen kann. Mehr davon.
Unter Berücksichtigung des Amateur-Bonus und um den platten Verriss von „It’s a good day to die“ (dessen Story kompakter ist) etwas zu relativieren: 3 von 10 Punkten.