Was musste ich am unteren Ende der Seite dieses Films in der OFDb lesen: "Mord nach Plan" sei ein Remake des Hitchcock-Klassikers "Cocktail für eine Leiche"? Nun ja, entfernt vielleicht. Der philosophische Überbau wurde dort meiner Meinung nach besser herausgearbeitet und einen Philosophie-Professor, nur eine Handvoll Einstellungen (inszenatorisch grandios) und eine kleine Party gibt`s im "Remake" auch nicht. Seltsam...
Egal, "Mord nach Plan" weiß als eigenständiges Werk durchaus zu überzeugen.
Die Story ist ebenso simpel wie wirkungsvoll: Zwei gelangweilte und geltungsbedürftige Schüler (toll gezeichnet und gespielt: Ryan Gosling und Michael Pitt) begehen den perfekten Mord. Tatsächlich führt die Spur nicht zu ihnen, sondern dem Hausmeister der Schule, welcher alsbald erschossen aufgefunden wird - scheinbar Selbstmord. Der Fall scheint aufgeklärt, doch einzig Polizistin Cassie (Sandra Bullock) hat so ihre Zweifel...
Wie gesagt: die simple Story wurde äußerst spannend und effektreich umgesetzt. Der Einblick in die Ermittlungen der Mordkommission kann durchaus als originell bezeichnet werden. Leider wurde aber der Charakter der traumatisierten Polizistin zu klischeehaft gezeichnet und das ansonsten spannende und psychologisch ausgefeilte Drehbuch offenbart ein paar kleine logische Schwächen. Darüber sieht man aber großzügig hinweg, wenn man sich das Ensemble ansieht: Neben Gosling, Pitt und Bullock agiert Ben Chaplin als Neuling in der Mordkommission äußerst souverän und holt aus seiner Rolle alles heraus. Leider ist das Finale etwas enttäuschend und zu konstruiert, um wirklich zu überzeugen.
Fazit: Letztendlich ein guter, aber weitgehend konventioneller Thriller mit psychologischem Touch. Die Spannungskurve ist gelungen, allerdings stören ein paar Klischees und Hänger im sonst starken Drehbuch.