The Orphan Killer „War das wirklich alles?"; schrie Brad Pitt am Anfang des Films Troja, nachdem er den Hünen mit nur einem Stich innerhalb von Sekunden niedergestreckt hatte. Liest man manche Bewertungen zu „The Orphan Killer" könnte man meinen, man bekommt es mit einem unglaublich intensiven Horrorstreifen, also mit einem Hünen von Film zu tun. Nachdem ich es mit Mühe und Not geschafft hatte mir den schundigen „The Orphan Killer" anzusehen, musste auch ich mir die Frage stellen, ob das wirklich alles war. Wie kann es sein, dass so ein Film überhaupt so einen Hype erfahren kann?
Der Film handelt von einem zurückgebliebenen Waisenjungen, der eines Tages beschließt sich eine dämliche Maske aufzusetzen und einige Leute abzuschlachten. Bis dahin klingt es nach einem typischen Slasher, aber die Inszenierung ist derart belanglos und sinnfrei, dass man bereits nach kurzer Zeit gelangweilt auf die Mattscheibe starrt. Ich habe den Film nur zu Ende angesehen, weil ich gehofft hatte irgendetwas zu entdecken, was die Existenzberechtigung dieses Streifens bestätigen könnte. Aber spannende und mitreißende Momente sucht man hier vergebens, stattdessen wurden einfach nur teils heftige Kills aneinandergereiht, die dermaßen selbstzweckhaft in Szene gesetzt sind, dass eine Beschlagnahme kaum verwundert. Hätte man vielleicht ein bisschen Handlung und Spannung um die Kills herumgebaut, wäre der Film vielleicht etwas besser ausgefallen. So bleibt einfach nur eine sinnlose Aneinanderreihung von Kills, die zwar handwerklich nicht schlecht gemacht sind, aber noch lange keinen Film über eine Laufzeit von 82 Minuten tragen können. Auch die Figur des Marcus Miller bleibt blass und belanglos und wirkt sogar irgendwie lächerlich, dämlich und nervig, was die grottige Atmosphäre des Films untermauert. Vergleiche mit Jason, Freddy und Co. sind dementsprechend schlichtweg lächerlich.
Insgesamt wirkte dieser Streifen wie ein Musikvideo mit Überlänge. Ich denke diese Beschreibung ist am treffendsten, denn Musikvideos mögen zwar visuell überzeugen, was auf „The Orphan Killer" streckenweise zutrifft, aber fesseln und mitreißen werden sie den Betrachter kaum. Einfach die Kamera draufzuhalten und einen grunzenden „Killerhirnie" dabei zu filmen, wie er sich minutenlang durch Fleisch schneidet mag einen gewissen Unterhaltungswert für manche Leute haben, von filmischer Qualität ist so etwas aber sehr weit entfernt. Der Versuch mit „Gewalt" eine neue Slasherikone zu schaffen scheitert somit kläglich und endet auf dem Abstellgleis, dass für das überlaufene Horrorgenre offenbar nicht lang genug sein kann.
„Das war nun wirklich alles", weshalb ich höflich darum bitte uns solch schundigen Schund in Zukunft zu ersparen. Bitte holt Marcus Miller nicht zurück, sondern lasst ihn in dem Waisenhaus verweilen, das bereits nach wenigen Minuten des Films wie ein Kartenhaus zusammengefallen ist.
Danke! 3/10