Hitchcocks schwarze Komödie „Immer Ärger mit Harry“ stand bereits viele Male Pate, wenn es darum ging, auf makabere Weise eine Leiche verschwinden zu lassen.
In diesem Fall ist das vermeintliche Opfer zwar noch nicht gänzlich tot, aber bei unserem Chaospärchen ist glücklicherweise alles möglich.
Die Gabel auf der Straße ist letztlich auch entscheidend dafür, dass sich der Gefangenentransport mit dem unschuldigen Häftling Will (Josh Cooke) überschlägt und dieser die Flucht antritt. Er versteckt sich in einer nahe gelegenen Scheune, bis er einen Schuss hört. Kurz darauf beobachtet er, wie April (Jaime King) eine Leiche im Kofferraum verschwinden lässt. Fortan müssen beide einander vertrauen und zusammen arbeiten und vor allem: Dem ermittelnden Sheriff stets einen Schritt voraus sein…
Die Geschichte kann aufgrund seiner beschwingten Art und den aufgedrehten Hauptfiguren rasch Sympathien einfahren. Will möchte eigentlich nur nach Mexiko, ist aber viel zu neugierig und gleichermaßen hilfsbereit, da er bald erfährt, dass April vom halbtoten Martin erpresst wurde. Also fährt man mit der Leiche im Kofferraum los, um sie im Wald zu verscharren, doch dort stellt sich Martin als erstaunlich lebendig heraus. Er wird erneut überwältigt und man landet mit dem Geknebelten im Hotel, womit die Turbulenzen erst beginnen.
Hinzu kommen im Verlauf der impulsive Ehemann Aprils, ihre schlampige Schwester und ein folgenschwerer Abhang.
Das Tempo ist indes konstant hoch und auch wenn viele Gags ein wenig angestaubt wirken und einige Gegebenheiten arg konstruiert erscheinen, so bügeln die gut gelaunten Mimen mit kräftigem Acting einiges aus. Weniger Josh Cooke als flüchtiger Häftling, der sich weitestgehend zurückhält, sondern Jaime King, die durch ein zauberhaft „ertapptes“ Lächeln besticht und Silas Weir Mitchell, der als impulsiver Ehemann herrlich übertreibt. Auch Rick Overton überzeugt als selbstgefälliger Sheriff, der meint, alle Zusammenhänge der bizarren Geschichte zu erkennen, dabei jedoch völlig daneben liegt.
Im Kern ist die Geschichte nicht sonderlich innovativ, denn viele Vorgänge kennt man aufgrund diverser Leichenbeseitigungen aus ähnlich gelagerten Filmen: Die Badewanne, der doch noch nicht Tote, das Vortäuschen eines Selbstmordes mit dem Auto den Abhang hinunter, ein Paar wider Willen das sich im Verlauf natürlich annähert, eine Menge Jähzorn und Gekreische, aber zu jeder Zeit muss man mit einer makaberen Situation rechnen und sei es, dass der Tote nachhaltig getreten wird, weil die Wut auf ihn noch einmal gesteigert wird.
Inszenatorisch findet Jim Kouf schlichte Mittel, um die Szenerie wirken zu lassen, zumal er sich voll und ganz auf seine Mimen stützt. Die Einsamkeit der Wüste wird souverän eingefangen und sobald einmal Tempo ins Spiel kommt, unterstützt die Kamera etwaige Turbulenzen angemessen, wobei der Score mit einem markanten Thema und sonstigen Instrumentals mit Country-Klängen punktet.
Als kleines Schmankerl hat man einen röhrenden Mustang ins Spiel gebracht, der sich fast so auffällig wie sein Fahrer gebärdet.
Letztlich bietet der Streifen eine charmante Komödie mit liebenswerten Figuren und einer zum Ende hin spannenden, wenn auch größtenteils vorhersehbaren Story.
Es herrscht ein ordentlicher Schlagabtausch mit überdrehten Dialogen, netten mimischen Einlagen und viel Situationskomik.
Hätte insgesamt noch ein bisschen frecher und morbider ausfallen und im letzten Drittel etwas kürzer gefasst werden können, doch im Gesamtbild eine recht unterhaltsame und sympathische Mischung.
7 von 10