Review

Es gibt Fisch, Baby!

Alexandre Aja schnappt sich nach The Hills have Eyes wieder einen alten Genreklassiker und toppt erneut das Orginal (was in diesem Fall zugegebenermaßen nicht sonderlich schwierig ist).

Anders als in der '78er Version, sind diesmal nicht die bösen Militärs für die angriffslustigen Tierchen verantwortlich, sondern ein Erdbeben, durch das die Viecher aus einem unterirdischen See in den darüber gelegenen Lake Victoria gelangen. Hier ist glücklicherweise gerade ne derbe Spring Break Sause im Gange und so gibts ordentlich was zu knabbern für die Fische...

Die Geschichte ist natürlich Tierhorror von der Stange, aber Aja inszeniert die ganze Chose so flott, unterhaltsam und voll mit Insider-Gags, dass der Genrefreund seine helle Freude hat.
Schon die Eröffnungsszene mit Richard Dreyfuss ist eine mehr als gelungene Verbeugung vor dem größten aller Fisch-Horrorfilme und gibt die Richtung für die nächsten 90 Minuten vor.
Auch bei den Charakteren orietiert sich Aja an den Genrevorbildern und zitiert alle gängigen Klischees. Vom toughen Bullen, über den sweeten Wissenschaftler, bis hin zu den feiernden Teenies die nur Sex und Alkohol im Kopf haben, ist alles dabei. Die Schauspieler sind, mal abgesehen von der recht blass bleibenden Jessica Szohr, alle gut aufgelegt und lassen ihre Figuren sehr sympathisch erscheinen. Dabei haben mir besonders Lloyd als Nutty Proffessor und O'Connel als Pornoschmierlappen gefallen. Und der totally nude Unterwassertanz von Pornosternchen Riley Steele und Seite-3-Girl Kelly Brook ist fast schon alleine das Eintrittsgeld wert.

Das Salz in der Suppe jedes Tierhorros sind aber natürlich die Attacken der Viecher und hier gibt Aja dann richitg Gas. Penisse werden abgebissen, Menschen blutigst bis auf die Knochen weggeknabbert oder  von herumfliegenden Gegenständen zerteilt. Die Kills sehen klasse aus, sind sehr abwechselungsreich und teilweise wirklich derbe. Schön auch, dass viele der Bluteffekte handmade sind und der Computer nur vereinzelt zum Einsatz kommt. Wäre die Gewaltorgie nicht so überzogen und offensichtlicher Fun-Splatter hätte der Film mit Sicherheit einige Probleme mit den Zensoren bekommen.
Die Piranhas sehen auch wirklich sahne aus und machen echt was her. Bei dem ganze Nu Image und Jim Wynorski Mist der letzten Jahre kommen sie beinahe einer Offenbarung gleich. Das 3D (obwohl ich da echt kein Fan von bin) tut sein übriges und bietet einige wirklich atmosphärische Momente.

Bemängeln muss man objektiv natürlich die absolute Vorhersehbarkeit der ganzen Sache und die oberflächliche Charakterzeichnung. Da Aja aber nur Spass haben und machen will, ist das zumindest für mich zu verzeihen, zumal der Rest eben eine wirklich gelungen Hommage an die exessiven Schlachtplatten der 80er Jahre ist.

Tierhorror in der Qualität gabs lange nicht mehr im Kino zu bewundern, sondern nur in ultrabillig am Samstagabend bei Tele5. Für Fans ist das Ganze deshalb sicherlich das Highlight des Jahres schlechthin, aber auch objektiv gesehen bleibt ein richtig guter Film. Ordentlich Tempo, ordentlich Jokes, ordentlich Titten und ordentlich Blut. Das macht ORDENTLICH Spass. (9/10)

Details
Ähnliche Filme