Blutrünstiges Remake...
Alexandre Aja, Exportschlager aus Frankreich, hat Gefallen an Remakes gefunden. Nach den Schockern "The Hills have Eyes 1&2", sowie "Mirrors", nahm er sich dem Tierreichhorror an.
Dabei war abzusehen, dass Aja aus dem einst dramatischen Fischschocker aus 1978 einen blutrünstigen Splatterfilm drehte und im Gegensatz zum Original, das Kultstatus erreichte, weniger Ironie versprühte.
Ein Erdplattenrutsch ermöglicht die Öffnung zu einem unterirdisch gelegenen See unter dem Victoria Lake und setzt Riesenschwärme von angeblich längst ausgestorbenen Dinopiranhas frei, die über Millionen Jahre in der dunklen Tiefe dank Kannibalismus überlebt haben.Diese mörderischen, weniger posierlichen Tierchen haben nun unbegrenzten Appetit auf Menschenfleisch. Da kommt ihnen der nahegelegene Springbreak der am See stattfindet, gerade recht. Sheriff und Kegel, versuchen der Lage Herr zu werden und befinden sich bald in einem Blutbad wider.
Der Regisseur setzte, wie gewohnt, auf Splatter- und Schockeffekte und geizt auch diesmal nicht mit nackter Haut, was wohl eher auf Männeraugen fokusiert wurde und nicht minder sexistisch in manchen Szenen rüberkommt. Nur ansatzweise wurde auf die Originalstory des 1978er B-Movies Rücksicht genommen; denn Aja kopierte die Geschichte nicht kompett, sondern veränderte Herkunft, Charaktere und Monster neu.
Dies wirkt zwar nicht sonderlich frisch, aber so dürfen auch Neuzeitteenies Bekanntschaft mit angestaubten Ideen machen und blutig auskosten.Leider blieb der neuen Version die althergebrachte Ironie komplett erspart und durch etwas geschmackloseren Witz (als der Penis von Jerry O`Connell gefressen und wieder ausgespuckt wird) ersetzt.
So wird der Hardcore Mainstream Horrorfan Zeuge von schockierenden Brutaloszenen, blutsprudelndem Gewässer, abgetrennten Gliedmassen, zerfetzten Leibern und einer Frau- und Fleischbeschau, die von aussen und (nach) innen zelebriert wird. Das ganze grenzt an Splatter und verliert leider den Charme des Originals, doch unterhält ganz passabel und hält was es verspricht.Aja kostet seine Grenzen wieder aus und zeigt seine Liebe zum roten Nass bis ins kleinste Detail.
Mit Jungdarstellern und auch bekannterem Cast wie Ving Rhames, Richard Dreyfuss, der gleich zu Beginn ein Deja Vu hat mit Wasserbewohnern und Christopher Lloyd, gleicht sich die etwas halbgar beginnende und etwas mit Filmfehler gespikte (was passiert mit dem Kameramann auf dem Boot zu Ende des Films?Plötzlich is er weg / alle Fische können nicht durch die Explosion zu Grunde gehen, da einige am Springbreak sind / wie lange können die zwei Wassernixen unter Wasser beim Nacktbaden die Luft anhalten?) Fish and Flesh Story aus.
Somit dürfte allen, die gerne baden gehen, die Lust am schwimmen wohl grundlegend vergangen sein.
Alexandre Aja enttäuscht nicht und bleibt seiner hohen Blutzolllinie treu. Nur Freunde des Originals dürfte dieses entsetzliche Fischmassaker leicht säuerlich aufstossen.
Ist die FSK-18 Freigabe gerechtfertigt?
Sie ist! Nach harmloseren Start endet alles in einem Bad aus Blut Gedärm, Gliedmassen und Panikgetretenen Brutalounfällen.
Die Nichtindizierung verwundert etwas.