Dieser Fisch-Horror hat keinen Biss. Ajas Piranha-Verfilmung ist einfach nur lahm.
Hat die französische Regie-Hoffnung schon mit Mirrors einen Horrorfilm in den Sand gesetzt, so schiebt er nun mit Piranhas ein weiteres Werk nach, das sein Oeuvres noch weiter in den Untergrund - nicht den Underground - des Horrorfilms drückt.
Die Story gibt so gar nix her: Feiernde Tennies, die Schnaps aus Bachnabeln schlürfen, rumknutschen, schreien und feiern. So oder ähnlich kennen wir das Spring-Break-Getue aus vielen Filmen. Ach ja, und weiße Shirts werden nass gespritzt - von Eli Roth. Gähn. Dann gibts da noch einen Wissenschaftler, eine Mama, die Polizistein ist, viele kleine bissige Fische und... hab ich was vergessen? Die Story war so müde, dass mir nur diese paar Eckpunkte in Erinnerung blieben.
Piranhas beginnt wie ein weichgespülter MTV-Teenie-Wir-sind-jetzt mal-cool-und-versaut-und-besoffen-Film. Ist das vorbei, bekommt der Zuschauer ein paar deftige Bluteffekte, frei nach dem schon ewig zelebrierten Motto: Fickst Du vor der Ehe, nimmst Drogen und säufts Dir die Hucke zu, biste dran. Oder vielmehr, ist dein Arm oder Bein oder der Rumpf ab.
Für mich ist Piranhas keine Parodie der 80er-Jahre Tierhorrofilme, auch wenn Richrad Dreyfuß (Der weiße Hai) gleich zu Anfang auf- bzw. abtaucht und die Fischchen kommentierend in die Kamera grinsen. Piranhas ist auch kein spannender Film. Und er ist kein guter Tierhorror, da ist der deutlich weniger blutige Weiße Hai um Längen besser oder Arachnophobia tausendmal ironischer.
Insgesamt enttäuscht mich Aja von mal zu mal mehr. Nach Hills have eyes hat er keinen guten Film mehr gedreht. Nur die 3d-Effekte in Piranhas fand ich ganz nett, es geht aber ohne diese. Und das Wasser war meist zu trüb, um den Effekt bei den angreifenden Flossenträgern zu genießen.
Piranhas ist kein Biss ins Bein, sondern ein Schuss in den Ofen, der hoffentlich hell lodert, damit meine Erinnerungen an diesen Film möglichst schnell in Rauch auflösen. Der wird dann auf jeden fall schwärzer sein, als der angebliche Humor in Pirhanas 3d.
Die Effekte waren nett anzusehen, dafür gibt es Pluspunkte. Auch die Darsteller gehen in Ordnung. Das Drehbuch, wenn denn eins vorhanden war, ist schwach, die Spannung nie vorhanden. Nur die Länge des Films passte, raz-faz war das Bild dunkel und der Abspann lief. Trotzdem: Die Hälfte an Zeit hätte auch gereicht, um die Figuren zu situieren und die Effekte unter zu bringen.
Hierfür gibt es nur 3 abgesoffene Punkte.