Review

Katastrophenfilm der Woche ist dismal Scorcher. Irgendwie hat es die Menschheit mal wieder mittels Global Warming geschafft, das es mal wieder heißt "Alarmsignal, die Erde bebt". So ist es diesmal notwendig, der bösen pazifischen Kontinentalplatte den Bauch zu pinseln, weil sich das Mistding dauernd verschiebt (was zentimetergenau digital angezeigt wird, wie auch immer das bewerkstelligt werden soll), was Exitus Sapiens bedeuten würde. Die einzige logische Gegenmaßnahme ist da natürlich Los Angeles thermonuklear zu zerstören und schon kann wieder zur Tagesordnung übergegangen werden. Klar das dem Zuschauer hier wieder die Ökomessage mit dem Dampfhammer eingehämmert wird. Also wird flugs ein Team zusammengestellt, das aus einem Haufen skurriler Typen besteht, die ich nicht mal meinen nicht vorhandenen Hund ausführen ließe. Dazu kommt noch eine Geologin und ihr Daddy plus ein schmierig aussehender Typ, der überhaupt nicht danach aussieht als könnte er Ärger machen.

Bis hierhin könnte man aus den Vorgaben ja durchaus noch was anständiges zimmern, aber die Probleme gehen schon gleich am Anfang los als Bennett die Geologin abholen soll, den was da als lustige Dialoge präsentiert werden soll (schätze ich zumindest), ist längst nicht so spaßig, wie das die Drehbuchschreiber wohl gedacht haben. Leider stellen sie aber schon den verbalen Höhepunkt da, denn was da später an Geseiere vom Stapel gelassen wird ist unter aller Sau. So müssen gleich zwei verschiedene familiäre Porbleme ausführlich abgearbeitet werden, was zu minutenlangen Dialoghülsen führt, die nun wirklich kein Mensch mehr ertragen kann. Und wohin die ständigen Zickereien zwischen Colonel und Forscherin am Ende führen, kann wohl jeder erahnen. Apropos erahnen, der Film ist selbst in Einzelheiten locker vorhersehbar. Das John Rhys Davis sich mit seiner Tochter versöhnt und den Film nicht überlebt war ebenso schon zur Filmhälfte klar, wie auch das Schmalzende, mit der neuen Glücklichen Familie, gibt es denn bei Katastrophenfimen eigentlich nicht mal ein neues Drebuch zum verfilmen? Egal welchen Film man nimmt, letztendlich ist doch immer die gleiche Suppe.

So watet Scorcher gemütlich durch alle Klischeebäche, der Erste der in der Spezialeinheit stirbt, ist natürlich derjenige, der freudig rumerzählt das sein achtes Kind unterwegs ist und wie glücklich er doch sei. Nebenher läuft noch der weitgehend bedeutungslose Subplot um Bennetts Tochter, die alleine im evakuierten LA rumkreucht und von einem religiösen Irren gefangen wird, um den Film ja auf abendfüllende Länge zu bringen. Was ich natürlich jedem, so auch diesem, Film übelnehme sind die geklauen Szenen aus Daylight, Terminator und Dantes Peak, die eigenen FX sind natürlich nicht mal annähernd aus dieser Preisklasse. Dazu kommen inhaltliche Ungereimtheiten. Warum fliegt man die ganze Truppe nicht eigentlich gleich ein, anstatt sie umständlich mit zwei Armeefahrzeugen anzukarren, um dann natürlich in einen Hinerhalt zu geraten? Schließlich müssen sie später ja auch von einem Heli geortet werden. Die Darsteller bleiben dabei ultrablaß, Rhys Davis und Rutger Hauer hab ich selten so lustlos erlebt und wenn ich schon Dacascos als leading man habe, dann gebe ich ihm doch auch ein paar Action Szenen. Der Junge ist ein toller Fighter, aber dramatische Dialoge sind sein Ding nunmal nicht, klar verschenkt, und diese Geologentussi ist eh nur eine wandelnde Seifenoper. Ein ganz schwaches Gesamtkonstrukt.

1,5/10

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