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Es geschah vor vielen, vielen Jahren. Die einst in Finnland lebenden Samen erkannten, dass der Weihnachtsmann ein böses Wesen war. Daher nahmen sie ihn gefangen, und bauten zum Schutze der Menschheit einen Berg aus Schutt und Erde über ihn. Dieses Geheimnis hüten die anliegenden Bewohner noch heute wie ihren Augapfel. Gegenwärtig, wir befinden uns kalendarisch zu Beginn des Dezembers, fühlen sich die finnischen Einwohner wieder so sicher, dass sie ihre Kinder aus ihren Häusern zum Spielen schicken.

Matt Groening und Futurama hatten also Recht, der Weihnachtsmann ist böööööse und frißt kleine Kinder. Dies versucht uns jedenfalls die schräge skandinavische Co-Produktion zu vermitteln. Santa ist in einem Berg nahe der finnisch/russischen eingeschlossen worden, vegetiert dort vor sich hin, doch bei Bohrungsarbeiten wird sein eisiges Gefängnis entdeckt. Kurz darauf häufen sich in der abgelegenen Gegend seltsame Zwischenfälle. Eine ganze Rentierherde wird massakriert, Kinder verschwinden ebenso wie Heizungen und Kartoffelsäcke und ein magerer alter Mann mit amerikanischem Pass taucht scheintot in einer Wildfalle auf.
Ab hier geht das Ganze von Fantasy sogar ein wenig in den Horror über, denn die Szenen mit dem alten Mann sind sehr gut gemacht. Die nackte hagere Gestalt vermag allein mit seinem finsteren Blick eine unheimliche Atmosphäre zu vermitteln. Die Frage stellt sich nun, ist das jetzt etwasogar der Weihnachtsmann persönlich oder lediglich einer seiner Wichtelhelfer. Die drei Kumpel die ihn bewachen planen ihn zu verkaufen um so den Verlust der hingemetzelten Rentierherde auszugleichen. Allerdings wird alles mit einem leicht humorigen Unterton serviert, wirklich gruseln kann man sich da kaum.
Dann schon eher bei der Romero mäßigen Belagerung des Lagerschuppens, die allerdings der Sohn einer der Beteiligten aufzulösen vermag. Spätestens hier stellt sich mir zumindest die Frage nach dem Zielpublikum der modernen Mär. Der Film fängt als Fantasyabenteuer an, hat komödienhafte Züge, später gibts Horror (also nix für die Kiddies) und verkehrt sich dann eigentlich ins Gegenteil, als im Finale ein Kinderabenteuerstreifen draus wird. Für jeden ist was dabei, aber niemand wird richtig satt. Dafür ist der Schlußgag ein echter Brüller und endlich macht dann der Filmtitel einen Sinn.
Rare Exports braucht zwar seine Zeit um in Fahrt zu kommen macht aber insgesamt Laune. Die Ideen sind herrlich unkonventionell und Umsetzung und Darsteller sind auch ok. Lediglich der Goof zeigt starke Tendenzen einem auf Sack und Rute zu gehen, um mal im Filmjargon zu bleiben. Ein idealer Film für alle denen der übliche Christmaskram zu zuckrig ist. Eine Love Story oder sowas gibts hier nicht (wäre auch schwer möglich, denn im gesamten Film gibt es keine einzige Frauenrolle, muß man auch erst mal hinkriegen oder sind etwa die finnischen Darstellerinnen so schlecht?). Solche Filme kriegen glaube ich wirklich nur Japaner oder Finnen hin.
6/10

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