Review

Im Bann vom Weihnachtsmann


„Rare Exports“ ist ein finnischer Weihnachts-Exportschlager (oder zumindest Geheimtipp), der die Geschichte des Santa Clause (und seinen Helfern!) mal ganz anders aufrollt: bei Ausgrabungen auf einem Berg im finnischen Hinterland wird ein alter Mann geborgen, der scheinbar im Eis eingefroren war und nun besonders Jagd auf unartige Kinder in der Umgebung macht... Eine Weihnachtsgeschichte wie keine andere!

Es gibt böse Santas, liebe Santas, kitschige Santas, gruselige Santas, recht realistische Santas und völlig fantastische Santas in allerlei Filmen rund um den Globus. Von Coca-Cola bis zum Krampus sozusagen. Aber „Rare Exports“ sticht da doch deutlich aus der Masse raus, in vielerlei Hinsicht. Der finnische Humor schlägt deutlich durch und wirkt, genauso wie die geniale Grundidee, verdammt unverbraucht und frisch. Die Balance zwischen Schauer und Wärme, zwischen Grusel und Humor wird gekonnt zu einem echten Einsteiger-Horrormärchen verwoben. Zu viel Angst und Schrecken sollte man zwar nicht erwarten, aber die Düsternis und die Vibes stimmen auffällig gut zwischen Kindheit und Reife. Genau so macht man aus wenig Budget und einer klasse Idee einen verdammt unterhaltsamen Winterritt. Nicht zu trashig, nicht zu blöd, nicht zu kitschig, nicht zu kindlich. Genau richtig! Der junge Hauptdarsteller macht das ganz groß (+ null nervig!) und seine tiefe Verbindung zu seinem Vater (und allgemein die Männer-Connections dort in der eisigen Einöde) ist jederzeit spürbar, fühlt sich echt an. Insgesamt wieder ein Fall von: warum sich der, zumindest unter Genrefreunden, noch nicht zum absoluten Weihnachtswiederholungstäter entwickelt hat, bleibt mir ein Rätsel... 

Fazit: einer der kreativsten und coolsten und reifsten Filme über den Weihnachtsmann überhaupt. Noch immer ein kleiner, feiner „Den musst du sehen/kennen!“-Tipp, den gerade jetzt im zwölften Monat des Jahres jeder (mal wieder) aus dem Schnee graben sollte. Absolut stark, außergewöhnlich anders! 

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