Review

Drei-Verdroschen-Oper

„Peking Opera Blues“ verbindet Action, Politik, Historie, Weiblichkeit und chinesisches Theater zu einem kinetischen Potpourri der Hongkong-Extraklasse… Wir folgen in Tsui Harks arschtretender Poweroper drei sehr unterschiedlichen Frauen im Peking 1910er, die zwischen politisch-militärischen Machtkämpfen dieser Zeit in einem bunten Theater Unterschlupf finden, durch die Kulissen hetzen und sich im angespannten Klima der Stadt zurechtfinden und Seiten wählen müssen… 

Schminke, Schläge, Sensationen

Was für ein wilder und unterhaltsamer Cocktail! Die Kostüme und Farben, die Sprüche und das Wirrwarr, von der Bühne ins Publikum und wieder zurück Backstage, dazu Fights und tonale Überraschungen: Mal whacky, mal ernst. Nie berechenbar, immer gekonnt. Ein sehr eleganter und edler Film von Tsui Hark, trotz seines waghalsigen Tempos und teils arg Slapstick. Die drei Ladies sind umwerfend. Es gibt etliche Stunts und durchgeknallte Choreoideen, die einen quasi halb mitkämpfen oder zumindest jubeln lassen. Und die politischen und gesellschaftlichen Querelen, Machtkämpfe und Chaoszustände dieser Zeit in China sind zwar spürbar da, nehmen aber nie Hauptaugenmerk ein. Vorwissen oder gar Bewandtheit sind nicht unbedingt notwendig. Der Film ist ständig in Bewegung. Alles hat eine Anmut und Energie, die Ihresgleichen sucht. Von den Witzen, Verwechslungen, Versteckspielen bis zu den Massenkämpfen und Bühnenstunts - alles a la bonne heure! Und somit kann ich „Peking Opera Blues“ nur wärmstens empfehlen - verspielt, schlagkräftig, quirlig, dramatisch, wirbelnd! 

Fazit: Spektakuläre Ausstattung, famose Fights, whacky Humor, liebenswerte Mädels, politische Untertöne, durchaus Poesie zwischen dem Poversohlen… „Peking Opera Blues“ sollte jeden Hongkong-Fan sehr glücklich machen! 

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