Review

Der in sich sehr verschachtelte Krimi "Der Körper meines Feindes" (dt. Titel) ist nicht der beste Streifen den Belmondo in den 1970ern schauspielerisch mitgestaltete, doch er kann sich in seinen wenigen, großen Momenten immer noch behaupten. Belmondo spielt den charmant galanten Francois, der sich klug durch diese Geschichte laviert, immer einen Spruch auf den Lippen hat und doch in eine Falle gerät, die er so schnell nicht verlassen kann. Dafür sorgt sein Widersacher Bernard Blier, der sich als kleiner Teufel entpuppt und das politische Höllentreiben als Industrieller klar dominiert. Doch trotz schauspielerischer Schwergewichte und der recht soliden Inszenierung von Verneuil bleibt "Der Körper meines Feindes" seicht, verschmitzt, fade und spannungslos zurück. Geschwätzig und leichtfüssig beschreibt es dann auch noch eher. Auf Belmondo zugeschnitten noch viel genauer. Und da liegt der kritische Punkt: Francois ist und bleibt die tragende Titelfigur, welche Schicksal, Liebe und Rache für sich vereinnahmt. Letzeres gibt es leider kaum zu bestaunen. Wer sich den "Profi" und "Außenseiter" wünscht, bekommt nur einen omnipräsenten, faustarmen Belmondo, der sich mit kalter Mimik und leichter Schnauze von seinen früheren Charakteren loseisen, sprich endlich verabschieden will, was damals zum Glück in die Hose ging. Kleine Keilereien gibt es dennoch, diese fallen hier aber nicht weiter ins Gewicht, werden in den letzten Kinojahren Belmondos dann nochmal aufgewertet. Mit zunehmender Laufzeit verflacht die zähe Geschichte immer mehr und man wünscht sich ein baldiges Ende. Der Schnitt von Pierre Gillette ist destruktiv. Wenigstens die stimmungsvolle Musik von Franics Lai und die kraftvollen Bilder von Jean Penzer pumpen noch ein wenig Blut in die von Belmondo mitproduzierte Filmleiche, die Highlights einfach vermissen lässt. Ergo: Für Belmondo-Fanatiker sicher immer noch goutierbar und Kult, für alle Anderen pure Langweile.

Details
Ähnliche Filme