Review

Sehr seltsam, daß hier zu Tsui Harks rasantem, farbenfrohen und vielzitiertem Fantasyklassiker noch keine interne Kritik zu finden ist... (Anfang zweitausend fuckin' zwölf!)

Dann muß der Papa ran!
Nach den ersten wilden und ebenfalls bereits Eindruck schindenden Haudrauf-Werken wie Kung Fu Kannibalen und Söldner kennen keine Gnade, bläßt Hark hier zum großen Schappadeng!
Mehr gigantomanisches, buntes Gewusel geht kaum. Natürlich drückt das die Charaktere teilweise zurück in bloße Schablonen leicht klischeehafter Asia-Figuren - die fetten Schauwerte zaubern uns aber trotzdem ein Lächeln in die Backen. Mit sehr sympathischen, handgemachten Effekten und viel Licht-Geschwurbel, prescht der Streifen voran. Dabei dachten sich alle Beteiligten "big is beautiful" und alles ist einfach riesig: wunderschöne Tempel, mächtige Papp-Berge und Ketten, Tücher sowie Augenbrauen (!) in XXL.
Dabei kleidet Hark das ganze Geschehen in eine wunderbare, märchenhafte Optik, mit genialen Matte-Paintings, riesigen Modellen und Geblinke bis zum Abwinken. Dazu gesellt sich ein ausuferndes wire fu und abstruse Ideen und Situationen, welche Hark unglaublich locker doch dynamisch inszeniert.

Auch der stets spürbare doch wohldosierte Humor ist keineswegs nervig und erscheint eher westlich, ohne viel Slapstick, dafür mit reichlich Wortwitz.

Die story werde ich hier mal komplett aussparen, geht es doch (natürlich im asiatischen Kontext) einfach um den ewigen, epischen sowie eifrigen Kampf von Gut gegen Böse! (Ok, ein bißchen Kriegskritik und Humanitätswerbung ist auch vorhanden.)

Ein kleines Meisterwerk, welches Rumpelquark wie Holy Virgin vs. the Evil Dead zehnmal übertrumpft; und Liebhaber des fantasy/action/martial arts-Gezeters á la Dr. Wai and the Scripture without Words & Heroic Trio sowie den generellen HK-Filmfreund restlos begeistern dürfte. Gerade die leicht antiquiert wirkenden Tricks und die etwas naive Umsetzung machen den Charme dieses Werkes aus.
Visuell umwerfend und durchweg unterhaltsam! 9/10

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